Indikator 5.4 - Ambulante pflegerische Versorgung

Zielbeschreibung

Ein Ziel kommunaler Seniorenpolitik ist es, alle ambulanten Versorgungsangebote im Bereich der Altenhilfe transparent zu machen.

Dieser Indikator soll einen Überblick über das örtliche Angebot sowie die Nutzung von ambulanten Versorgungs- und Unterstützungsleistungen ermöglichen. Dazu sind Informationen der entsprechenden Anbieter über deren Leistungen und Nutzerstruktur erforderlich. Anhand der Bewohnerstruktur im Quartier können zukünftige Entwicklungstendenzen hinsichtlich des Bedarfs im ambulanten Sektor abgeleitet werden.

Die ambulante Versorgung kann umfassen:

  • Grundpflege bei Schwer- und Langzeitkranken
  • Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung und Versorgung nach operativen Maßnahmen
  • hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuungsdienste
  • Beratung in allen Fragen zur Pflegeversicherung und zur Finanzierung der Leistungen
  • Hilfe bei Anträgen (Sozialberatung)
  • Pflegeberatung, Pflegeanleitung und Gesprächskreise für pflegende Angehörige (Angehörigenarbeit)
  • seelsorgerische Begleitung (als Besonderheit der kirchlichen Sozialstationen)
  • weitere lokal angebotene Leistungen oder deren Koordination (z. B. Fahrdienste, Hauswirtschaft, Essen auf Rädern/Mahlzeitendienst)

     

Informationsquellen

  • ambulante Pflegedienste der verschiedenen Träger und private Anbieter
  • Pflegekassen/MDK
  • örtliche Krankenkassen
  • Landkreis
  • Pflegeberatung und andere Dienste der Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, Alzheimergesellschaft, usw.
  • Das Soko-Institut stellt seinen Kunden ein Erhebungstool zur Verfügung, das Beteiligten einen Überblick gibt, welche Angebote im Quartier vorhanden sind. Ähnliche Angebote anderer Institutionen waren uns zum Redaktionsschluss nicht bekannt.

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

schriftliche Befragung aller ambulanten Dienste

Anbieterstruktur: Bestandsaufnahme ambulanter (Pflege-)Dienste nach:

  • Art des Trägers
  • Versorgungsgebiet
  • Leistungsangebot
  • Mitarbeiterqualifikation
  • Einsatzstunden je Angebot (Nutzungsdauer/Auslastungsgrad der Pflegedienste)
  • Finanzierung/Kosten der einzelnen Angebote

Nutzerstruktur der Klienten:

  • Anzahl/Anteil der versorgten Menschen nach Alter, Geschlecht, Pflegegrade

 

Erhebungshäufigkeit

alle zwei Jahre

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Zusammen mit der Angebotsanalyse sollte eine Bedarfsanalyse durch eine Befragung erfolgen
  • Anschließend sollten Angebots- und Bedarfsanalyse im Rahmen von Pflegekonferenzen oder Workshops diskutiert und zielführende Maßnahmen in ein kommunales Pflegekonzept übernommen werden
  • Befragung von Pflegekräften analog der Pflexit-Studie der Hartmann AG