Indikator 3.6 - Wohnstandard und Barrierefreiheit

Zielbeschreibung

Der Indikator dient dazu, die Wohn- und Lebensqualität in den Quartieren einzuschätzen. Da ältere Menschen überwiegend in nicht altersgerechten Wohnungen/Häusern leben, gewinnt dieser Indikator an Bedeutung.

Eine zukunftsorientierte Vorgehensweise erfordert neben der Steigerung der Attraktivität des Wohnumfelds insbesondere die Sicherstellung von altersgerechtem bzw. barrierefreiem Wohnraum. Dabei sollen die Bedürfnisse Älterer berücksichtigt werden. Altersgerechtes Wohnen fördert das Wohlbefinden und trägt zur Erhaltung von Selbstständigkeit bis ins sehr hohe Alter bei. 

bis Aus dem Alter der Wohngebäude lassen sich oft Aspekte der Wohnausstattung und somit der Wohnqualität ableiten. Geht man von einer geringeren Umzugsbereitschaft Älterer aus, lässt sich daraus schlussfolgern, dass die Mehrheit in nicht altersgerechten Wohngebäuden wohnt. Für diese Gebäude sind in der Regel größere Eingriffe erforderlich, um sie altersgerecht umzugestalten.

Um einen genauen Überblick über die Wohnsituation in der Kommune zu erhalten, können für die Erfassung beispielsweise folgende Punkte herangezogen werden:

  • Seniorenhaushalte insgesamt
  • barrierefrei/-arme Wohnungen
  • Alter der Wohnungen/Häuser
  • durchschnittliche Länge der Wohndauer der über 65-Jährigen
  • durchschnittliche Stufenzahl zur Wohnungstür der über 65-Jährigen
  • bewohnte Stockwerke der Älteren in Ein-, Zwei oder Mehrfamilienhäusern

 

Informationsquellen

  • Angebotsanalysen und Befragungen Älterer
  • Fortschreibung der Gebäude- und Wohnraumzählung anhand der Bautätigkeitsstatistik
  • lokale Wohnungsunternehmen
  • Energieversorger
  • Wohnkatasteramt
  • Wohngeldempfängerdatei
  • Immobilienverband Deutschland
  • Befragung von Experten: informelle Informationen durch soziale Dienste, kirchliche Akteure, Bezirksvertretungen

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

stichwortartige Beschreibung der Wohnsituation

  • Umfang an notwendigen oder geplanten Modernisierungs- und Wohnungsanpassungsmaßnahmen (Barrierefreiheit, Heizung, Sanitär)
  • Anzahl der mehrstöckigen Wohngebäude, die nicht mit Aufzug ausge­stattet sind
  • Erhebungshäufigkeit
  • jährlich
  • Eigentümerbefragung: alle 5 Jahre

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

 

Mögliche Maßnahmen zur Förderung/Aufklärung der Barrierefreiheit:

  • Beratungsstellen/Anlaufstellen für Interessierte
  • Informationsveranstaltung/Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung möglicher Maßnahmen
  • Vernetzung verschiedener Akteure vor Ort (Wohnberatung, Architekten, Pflegedienste, Krankenhäuser, Seniorenvertreter, Ehrenamtliche etc.)

 

Mehr zu diesem Thema:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Leitfaden barrierefreies Bauen, Bericht als PDF
  • Barrierefrei bauen - Nullbarriere.de
  • Bundesverband für Gesundheitsinformationen und Verbraucherschutz - Info Gesundheit e.V. - Barrierefrei bauen und wohnen
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Leben und Wohnen für alle Lebensalter - Bedarfsgerecht, barrierefrei, selbstbestimmt, Bericht als PDF