Indikator 1.8 - Wanderungsbewegungen (Zu- und Wegzüge)

Zielbeschreibung

Der Indikator dient zur Erstellung von Wanderungsbewegungen (Zu- und Wegzüge) unterschiedlicher Altersklassen in den Quartieren. Daraus lassen sich möglicherweise Aussagen über bedarfsgerechte Angebote und seniorengerechtes Leben in den Quartieren ableiten.

Amtliche Wanderungsstatistik nach Altersgruppen und schwerpunktmäßige Motive

Alter

Wanderungsmotivgruppe

unter 18 Jahre

Familienwanderung, Wohnungsmarktwanderung

18 bis unter 25 Jahre

Bildungswanderung

25 bis unter 30 Jahre

Berufs-, Arbeitsmarktwanderung

30 bis unter 50 Jahre

Familienwanderung, Wohnungsmarktwanderung

50 bis unter 65 Jahre

Altenwanderung frühe Phase

65 Jahre und älter

Altenwanderung späte Phase, Ruhestandswanderung

 

Alterswanderung: Die über 50-Jährigen weisen insgesamt eine geringere Mobilität auf und die Wanderungsmotive hängen neben familiär bedingten Gründen vor allem vom seniorenpolitischen Angebot der Kommunen ab.

bis Wenn Zuwanderungstendenzen ausschließlich bei höheren Altersgruppen (von Außerhalb) feststellbar sind, kann dies auf ein lebenswertes und altersgerechtes Image der Kommune hindeuten, wie es z. B. Kurstädte auszeichnet. Als Konsequenz muss die Kommune dafür sorgen, dass die unterschiedlichen Anbieter geeignete Arbeitskräfte anwerben, die auf die Belange älterer Menschen spezialisiert sind. Dadurch können u. a. neue Arbeitsplätze entstehen und möglicherweise Familien angelockt werden.
Zuwanderung von Pflegebedürftigen hängt dagegen meist mit einer guten stationären Pflegeinfrastruktur zusammen.

bis Wenn dagegen in den höheren Altersklassen Abwanderungstendenzen (nach Außerhalb) feststellbar sind, kann dies auch auf seniorenpolitische Defizite der Kommune hindeuten. Hier wäre im Rahmen einer Befragung eine Analyse der Abwanderungsmotive sinnvoll.

 

Informationsquellen

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

  • Wanderungsvolumen: Anteil der Zu- und Abwanderungen insgesamt
  • Alterswanderung (Wanderungssaldo 65- bis 99-Jährige)
    • Berechnung: (Zuzüge der 65- bis 99-J. oder Fortzüge der 65- bis 99-J.) / Bevölkerungsanteil der 65- bis 99-J. x 1000
  • Wanderung zu Beginn der zweiten Lebenshälfte (Wanderungssaldo 50- bis 64-Jährige)
    • Berechnung: (Zuzüge der 50- bis 64-J. oder Fortzüge der 50- bis 64-J.) / Bevölkerungsanteil der 50- bis 64-J.) x 1000

Hinweis: Um Aussagen über Tendenzen treffen zu können, sollten Zeitreihen über mindestens vier Jahre berechnet werden, d. h.: Wanderungsgewinn/-verlust über 4 Jahre gemittelt/ Bevölkerung aktuell * 1000

 

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann alle 3 Jahre aktualisieren

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Analyse bestehender Angebote für Ältere
  • Vergleich der bestehenden Angebote mit dem Bedarf und Diskusion zukunftsorientierter Angebote, z. B. auch im Rahmen von seniorenpolitischen Workshops
  • Daten als Basis für weitere Informationsbeschaffung (zum Beispiel Seniorenbefragungen) nutzen
  • in Zusammenarbeit mit größeren Wohnungsunternehmen Wanderungstrends einzelner Bevölkerungsgruppen beobachten und Ursachenforschung (Zielorte der Abwanderung) betreiben, um ungewollte weitere Verluste zu verhindern

 

Mehr zu diesem Thema:

Wanderungsgrafiken für Kommunen ab 5.000 Einwohner*innen unter der Rubrik Wanderungsgrafiken