Indikator 1.5 - Beschäftigungsquote

Zielbeschreibung

Beschäftigungs- und Teilzeitquote

Hier geht es um den Anteil der am Wohnort sozialversicherungspflichtig beschäftigt gemeldeten Personen im Alter von über 55 Jahren und mehr an der Bevölkerung im Alter von 55 bis 64 Jahren.

Eine niedrige Beschäftigungsquote oder hohe Teilzeitquote bei über 55-Jährigen könnte hinweisen auf

  • Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Armutsrisiken
  • schrittweises Ausscheiden aus dem Berufsleben und damit verbundenen Engagementmöglichkeiten
  • aber auch auf ein höheres (familiales) Unterstützungspotenzial (auch im Pflegefall).

Eine hohe Vollbeschäftigungsquote - gerade bei Frauen - kann dagegen das (familiale) Unterstützungspotenzial aber auch evtl. Armutsrisiken reduzieren.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquote steht als ein Indikator für die soziale Lage der Bevölkerung und so können erste Aussagen über Armut und Armutspotenziale in der (älteren) Bevölkerung sowie finanzielle Belastungen für die Kommune getroffen werden. 

Hohe Arbeitslosenquoten bedeuten für Kommunen finanzielle Belastungen und sind daher auch von kommunalem Interesse. Zu beachten ist aber, dass die rückläufigen Arbeitslosenquoten oft zu niedrig bezahlten Tätigkeiten führten, die das Risiko niedriger Renten und Altersarmut erhöhen.

Auch hier gibt es auch auf kommunaler und Quartiersebene teils deutliche Unterschiede, die bei der Ziel- und Maßnahmenentwicklung zu berücksichtigen sind. 

Aufgrund dieser Daten können Strategien entwickelt werden, wie z. B. ältere Arbeitnehmer*innen nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben für ehrenamtliches Engagement motiviert werden können.

Der Bildungsstand spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei der Dauer der Erwerbsbeteiligung. Personen mit Abitur oder Hochschulabschlüssen sind z. B. länger berufstätig als Personen mit Real- und Hauptschulabschluss.

 

Informationsquellen

  

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Berechnung der Beschäftigungsquote: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB) am Wohnort 55-64 Jahre / Bevölkerung 55-64 Jahre * 100. (Stichtag für SvB: 30.06./jeweils für Frauen und Männer erheben)

Eigenerhebung: Befragung nach Erwerbsstatus, z. B. ob hauptberuflich (Vollzeit/Teilzeit) oder nebenberuflich/gelegentlich erwerbstätig, arbeitslos, noch nicht im Ruhestand, im Vorruhestand, im Ruhestand (Rente/Pension), Berufs- und Erwerbsunfähigkeit oder nicht erwerbstätig (Hausfrau/Hausmann, nie berufstätig gewesen) 

Arbeitslosigkeit

  • Arbeitslose und Arbeitslosenquoten im Jahresdurchschnitt

 bis differenziert nach: Geschlecht, Alter ab 55 Jahre, Staatsangehörigkeit

z. B. Arbeitslosenquote der 55+ im Jahresdurchschnitt:

Arbeitslose (55+)/(sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort+Arbeitslose 55+)x100

 

Erhebungshäufigkeit

jährlich

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Analyse bestehender Angebote für Ältere und Erwerbslose
  • Vergleich der bestehenden Angebote mit dem Bedarf, z. B. auch im Rahmen von seniorenpolitischen Workshops
  • Daten als Basis für weitere Informationsbeschaffung (zum Beispiel Seniorenbefragungen) nutzen
  • Auf- bzw. Ausbau niedrigschwelliger Dienstleistungsangebote zur Nutzung durch betroffene Personengruppen, z. B. Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen von Altersarmut
  • Gewinnung älterer Arbeitsloser für ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Arbeitgebern das Potenzial Älterer bewusst machen 


Mehr zu diesem Thema:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitsmarktprognose 2030: Bericht als PDF