Zielbeschreibung
Ziel dieses Indikators ist es, einen Überblick über den gegenwärtigen Stand alternativer Wohnformen für das Wohnen im Alter zu bekommen.
Zum kommunalen Auftrag gehört die Sicherstellung einer angemessenen Wohnraumversorgung für alle Einwohner. Folglich sollte die Ermittlung des Bedarfs an Neu- und Umbaumaßnahmen bzw. deren Förderung von Bedeutung sein. Da bisher kaum verbindliche Informationen existieren, könnte so mehr Transparenz über das Angebot an unterschiedlichen Wohnformen hergestellt werden.
Die Aufrechterhaltung selbstständigen und selbstbestimmten Wohnens, auch bei körperlichen Einschränkungen wegen Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, ist der mehrheitliche Wunsch der Bevölkerung. Dies sollte nicht zuletzt aus finanziellen Erwägungen auch Ziel kommunaler Seniorenpolitik sein, die daher unterschiedliche zukunftsorientierte Wohnperspektiven für eine Vielzahl von Lebensformen berücksichtigen sollte.
Durch die demografische Entwicklung, Singularisierung sowie veränderte Lebensstile Älterer, z. B. hinsichtlich Mobilität und Bedürfnisorientierung, wird die Nachfrage nach alternativen Wohnformen wie z. B. betreutes Wohnen und Senioren-WGs steigen. Stationäre Pflegeheime entwickeln sich dagegen vermehrt zu Wohnalternativen für hochaltrige pflegebedürftige Menschen.
Informationsquellen
Kommune
Wohlfahrtsverbände
Bauträger
private Anbieter
Einheit
Anzahl und Anteil in %
Erhebungsinhalte und/oder Berechnung
Bestandserfassung
stichwortartige Beschreibung vorhandener alternativer Wohnformen:
Benennung, Charakteristika (Barrierefreiheit, Möglichkeiten bei Pflegebedürftigkeit usw.), Lage, Träger, Zielgruppe, Art und Anzahl der Plätze für Senioren, Auslastung (Warteliste/Leerstand), Kosten, Bekanntheit
Folgende alternative Wohnformen können beschrieben werden:
- barrierefreie bzw. angepasste Wohnungen (Wohnraumanpassung)
- betreutes Wohnen zu Hause (im Bestand, im Quartier)
- betreutes Wohnen (= Service-Wohnen)
- quartiersbezogene Wohn- und Betreuungskonzepte (= Altendorf)
- selbst organisierte Wohn- oder Hausgemeinschaften (= gemeinschaftliches Wohnen, gemeinschaftliche Wohnprojekte)
- Mehrgenerationenwohnungen/integrierte Wohnprojekte
Kennzahlen
Deutschland 2006 (jeweils geschätzt):
- 270.000 Altenwohnungen/spezifisch barrierefreie Wohnungen für Ältere
- 220.000 Wohneinheiten betreutes Wohnen/Service-Wohnen (2006)
- Ca. 6 % der 60-Jährigen und Älteren leben in alternativen Wohnformen, davon aber etwa die Hälfte in stationären Pflegeeinrichtungen.
Erhebungshäufigkeit
einmalig, dann alle zwei Jahre aktualisieren
Auswahl an Handlungsmöglichkeiten
- Gewährung von Zuschüssen für Gemeinschaftsräume oder Betreuungskosten
- Förderung von Projektentwicklungskosten (z. B. für Personalstellen, Anschubfinanzierungen usw.).

