Zielbeschreibung
Allgemeine Wohnstrukturdaten (s. o.) sind Planungsgrundlage für alle Themenfelder, insbesondere für Wohnen, Pflege und bürgerschaftliches Engagement. Sie dienen zur objektiven Beschreibung der Wohnqualität im Stadtteil:
- Kenntnisse über Gebäude und deren Ausstattung (Bad, Heizung) geben Auskunft darüber, inwieweit Wohnungen auch für potenziell hilfe- und pflegebedürftige Bewohner geeignet sind (Barrierefreiheit).
- Bei Mietern ist die Bereitschaft und Möglichkeit umzuziehen höher als bei Eigentümern, die sich oft mehr mit dem Quartier verbunden fühlen.
- Die Wohndauer ist ein weiterer Indikator für die Verbundenheit mit dem Stadtteil. So spricht eine geringe Fluktuation für einen hohen Grad der Identifizierung mit dem Stadtteil („Heimat“). Bei allen Wohnformen spielt der Wunsch der (meisten) Bewohner nach sozialem Austausch und gegenseitiger Unterstützung eine Rolle. Der Anteil an Mehrpersonenhaushalten kann Hinweise zur Bestimmung des häuslichen Pflegepotenzials liefern.
Informationsquellen
Mietspiegel (z. B. örtlicher Mieterverein)
lokale Wohnungsbaugesellschaften
Wohnkatasteramt (Vermessungsamt)
Wohngeldempfängerdatei
Immobilienverband Deutschland (vormals Ring Deutscher Makler)
Einwohnermeldeamt
- Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Raumbeobachtung
Themen, z.B. Siedlungsstruktur und Flächennutzung) - Statistisches Bundesamt Deutschland
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder
Einheit
Gesamtanzahl und Anteil in %
Erhebungsinhalte und/oder Berechnung
tabellarische Darstellungen:
- Baujahr der Häuser: Gesamtanzahl und Prozentanteil (Stichprobenerhebung) der Häuser nach Kategorien, z. B. Baujahr <1920, 1920–1945, 1946–1970, 1970–1990, nach 1990
- Mieter-/Eigentümerstruktur: Gesamtanzahl und Prozentanteil der Eigentümer (nach Alter/Geschlecht über 60 Jahre)
- Wohnfläche je Wohnung: Gesamtzahl und Mittelwert, evtl. Prozentwert (Stichprobe) der Pro-Kopf-Wohnfläche, z. B. <40 m², 40–59 m², 60–79 m², 80–99 m², >100 m².
- Wohndauer: Mittelwerte nach Altersgruppen (Einwohnermeldeamt)
pf Von besonderem Interesse ist die zukünftig stark anwachsende Risikogruppe der privat wohnenden Hochaltrigen.
Kennzahlen
- Mieter-/Eigentümerverhältnis der über 65-Jährigen: 44 % zu 56 % in Westdeutschland, 67 % zu 33 % in Ostdeutschland (2006)
- 9,4 Mio. Seniorenhaushalte, davon 57 % Einpersonen- und 43 % Zweipersonenhaushalte (2007)
- durchschnittliche Wohnfläche je Haushaltsmitglied, Haushaltsvorstand der über 65-Jährigen: 68 m² (2006)
- 40 % der über 65-Jährigen leben in Gebäuden der 50er/60er Jahre (2002).
- 62 % der über 65-Jährigen leben seit mindestens 30 Jahren in ihrer Wohnung.
Erhebungshäufigkeit
einmalig, dann alle 5 Jahre
Auswahl an Handlungsmöglichkeiten
- Wohnberatungstätigkeit in Stadtteilen der 50er/60er Jahre intensivieren
- Wohnungsunternehmen vermehrt zu Modernisierungsmaßnahmen anhalten

