Einleitung

Die Arbeit mit dem Instrumentarium für eine wissenschaftlich fundierte Sozialplanung für Senioren (Teil 1) macht an vielen Stellen nur Sinn, wenn man auf eine entsprechende, möglichst kleinräumige Daten- und Informationsbasis über die Situation der vor Ort lebenden Seniorinnen und Senioren und ihr Lebensumfeld zurückgreifen kann.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen diese Daten – wie in Teil 1 (Instrument) beschrieben – zusammengetragen werden. Im Seniorenplanungs-Instrumentarium sind hierfür eine Reihe von Quellen aufgeführt, die entweder von Ämtern und Einrichtungen innerhalb der Kommune oder aber überregional bei Landesämtern, Forschungseinrichtungen usw. abgerufen werden können.

Es ist allerdings nicht möglich, alle notwendigen Daten für Seniorenplanungs-Indikatoren auf diesem Wege zu ermitteln bzw. zu beziehen. Spezielle, kleinräumige Informationen, z. B. über die Lebensqualität in einer bestimmten Siedlung, müssen in der Regel mithilfe von Eigenerhebungen in Form von schriftlichen und/oder mündlichen Befragungen vor Ort selbst erhoben werden.

Da die Erstellung von Fragebögen oder die Durchführung von Befragungen mit höherem personellem Aufwand verbunden und zeitintensiv sein kann, wird den kommunal verantwortlichen Akteuren (Seniorenplanern/Kommunalplanern) mit dieser Zusammenstellung möglicher Fragenkomplexe ein Hilfsmittel an die Hand gegeben: Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche allgemeine sowie spezielle Fragestellungen zu jedem der fünf Themenfelder der Sozialplanung für Senioren.

bis Alle Fragen sind in der aus dem Seniorenplanungs-Instrumentarium bekannten Reihenfolge der Indikatoren nach Themenfeldern sortiert, allerdings nicht unmittelbar auch einem bestimmten Indikator zuzuweisen.
bis Die zusätzlichen blauen Überschriften helfen, die entsprechenden Frageblöcke eines Themenfeldes schnell zu finden. 
bis Je nach Interesse bzw. Fragestellung vor Ort lassen sich die Fragen ganz individuell kombinieren. Zu diesem Zweck können die entsprechenden Fragenblöcke aus dieser Sammlung in einen sinnvollen Zusammenhang kopiert werden.
bis Egal zu welchem Themenfeld Informationen eingeholt werden sollen, sollte bei der Befragung von Einzelpersonen grundsätzlich erwogen werden, sozial-strukturelle Merkmale mit aufzunehmen. Anhand dieser Informationen lassen sich die Aussagen besser in den Gesamtkontext einordnen. Die wesentlichen Punkte sind hierbei Fragen nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Familienstand, dem Stadtteil, in dem man wohnt, und – je nachdem – nach der Herkunft und der Erwerbstätigkeit. Geeignete Fragen zu relevanten Sozialmerkmalen der Bürger/innen sind gleich zu Beginn des Themenfeldes 1 aufgelistet.
bis Diese Zusammenstellung enthält ferner eine Reihe von Fragen, die sich nicht an Einzelpersonen, sondern je nach Zusammenhang konkret an Vereine, Institutionen oder Unter-nehmen usw. richten. Sie sind nicht extra markiert.
bis Im Schlussteil sind zudem exemplarisch einige vollständige und bereits evaluierte Fragebögen angefügt, die zum Teil umfassend alle relevanten Fragen für einen Themenbereich beinhalten und demnach für Eigenerhebungen komplett übernommen werden können, z. B. Vereinsbefragungen.

Grundsätzlich gilt:

  • Wenn Sie einen bestimmten Indikator durch eine Eigenerhebung ermitteln wollen, schauen Sie bitte zunächst nach geeigneten Fragen in dem zu diesem Indikator gehörenden Themenfeld und ergänzen Sie diese ggf. um weitere, insbesondere um die sozial-strukturellen Fragen aus dem Themenfeld 1 (s. o.).
  • Bei den Fragenkonstruktionen/-formulierungen handelt es sich um erprobte Beispiele aus anderen Befragungen, welche jedoch nicht verbindlich sind. Nicht immer können die Fragen eins zu eins übernommen, sondern müssen entsprechend kommunaler Besonderheiten modifiziert werden. So ist es für die Auswertung einiger Fragen z. B. hilfreich, diese um den Namen des Stadtteils zu ergänzen.
  • In der Regel ist es ratsam, im Rahmen einer Bürgerbefragung möglichst viele Informationen abzufragen, um den hohen Arbeitsaufwand zu rechtfertigen. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass ein unnötig „aufgeblähter“ Fragebogen die anvisierte Zielgruppe abschrecken und von der Teilnahme an der Befragung abhalten kann.
  • Außerdem ist zu beachten, dass ein Fragebogen später möglichst einfach und ohne großen Aufwand auswertbar sein muss und dazu im Vorfeld die erforderlichen Ressourcen bedacht werden sollten.
  • Weitere Hinweise zu eigenen empirischen Datenerhebungen finden sich am Ende des Handbuchs (Teil 2).

Wenn Sie Unterstützung bei der Eigenerhebung und Auswertung benötigen, wenden Sie sich an einen geeigneten Fachbereich einer nahe gelegenen (Fach-)Hochschule, an dem z. B. empirische Methoden oder Statistik gelehrt werden (z. B. alle sozialwissenschaftlichen Fächer). Über die Beratung bei der Fragebogenkonstruktion hinaus wird man Ihnen ggf. später auch mit der Auswertung helfen. Unter Umständen können Sie auch örtliche Berufsschulen (mit entsprechenden Ausbildungsbereichen) um Unterstützung bzw. Mitwirkung bitten. Darüber hinaus sind wissenschaftliche Forschungseinrichtungen/Institutionen bei der Beratung und Auswertung behilflich.