Indikator 3.4 - Alternative Wohnformen

Zielbeschreibung

Ziel dieses Indikators ist es, einen Überblick über den aktuellen und künftigen Bedarf sowie über die vorhandenen Angebote alternativer Wohnformen im Alter zu bekommen.

Zum kommunalen Auftrag gehört die Sicherstellung einer angemessenen Wohnraumversorgung für alle Menschen.

Die Aufrechterhaltung selbstständigen und selbstbestimmten Wohnens, auch bei körperlichen Einschränkungen, ist der mehrheitliche Wunsch der Bevölkerung. Dies sollte nicht zuletzt aus finanziellen Erwägungen auch Ziel kommunaler Seniorenpolitik sein und alternative Wohnformen berücksichtigen.

Beispiele für alternative Wohnformen:

  • barrierefreie Wohnungen
  • angepasste Wohnungen
  • betreutes Wohnen zu Hause
  • betreute Wohngemeinschaften (Pflegewohngruppen, Pflegewohnungen, begleitete Wohngruppen, Demenz-Wohngruppen)
  • Altenwohnungen
  • Wohnen für Hilfe
  • selbst organisierte Wohn- oder Hausgemeinschaften
  • Mehrgenerationenwohnungen
  • Wohnstifte/Seniorenresidenzen als exklusive Alternative zum betreuten Wohnen
  • Hausgemeinschaften

Die Nachfrage nach alternativen Wohnformen steigt und stationäre Pflegeheime entwickeln sich dagegen zu Alternativen für hochaltrige pflegebedürftige Menschen

Derzeit gibt es kaum verbindliche Informationen über den Bedarf und die Angebote und zudem gibt große - auch in den Quartieren der Kommunen - Unterschiede. Mehr Transparenz ist deshalb für Planungsprozesse von Bedeutung und im Vordergrund stehen hier Analysen und Befragungen in den einzelnen Quartieren.

In ländlichen Regionen sind alternative Wohnformen oft nur schwer zu etablieren, da dort Versorgungsstrukturen (z. B. Pflege durch die Familie) noch eher möglich sind und die Möglichkeiten alternativer Wohnformen noch oft noch ungewohnt sind.

 

Informationsquellen

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Bestandserfassung
stichwortartige Beschreibung vorhandener alternativer Wohnformen:
Benennung, Charakteristika (Barrierefreiheit, Möglichkeiten bei Pflegebedürftigkeit usw.), Lage, Träger, Zielgruppe, Art und Anzahl der Plätze für Senioren, Auslastung (Warteliste/Leerstand), Kosten

 

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann alle zwei Jahre aktualisieren

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Analyse bestehender Angebote
  • Vergleich der bestehenden Angebote mit dem Bedarf, z. B. auch im Rahmen von seniorenpolitischen Workshops
  • Daten als Basis für weitere Informationsbeschaffung
  • Fördermittel recherchieren
  • über über alternative Wohnformen informeren
  • verstärkte Ausrichtung des Wohnangebotes auf die besonderen Bedarfslagen spezieller Zielgruppen(z. B. Demenz)
  • stärkere Etablierung des Themas im ländlichen Raum


Mehr zu diesem Thema:

  • BMFSFJ/Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (2007): Wohnen im Alter – Strukturen und Herausforderungen für kommunales Handeln – Ergebnisse einer bundesweiten Befragung der Landkreise und kreisfreien Städte - Bericht als PDF
  • BMFSFJ/Kuratorium Deutscher Altershilfe (KDA) (2009): Leben und Wohnen für alle Lebensalter - Bedarfsgerecht, barrierefrei, selbstbestimmt - Bericht als PDF
  • BMFSFJ (2014): Länger zuhause leben - Ein Wegweiser für das Wohnen im Alter - Bericht als PDF