Indikator 3.2 - Infrastruktur und Daseinsvorsorge im Quartier

Zielbeschreibung

Der Indikator soll zeigen, inwieweit wichtige Infrastruktureinrichtungen und Angebote der Daseinsvorsorge fußläufig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind.

Im Alter ist neben der Wohnung das unmittelbare Wohnumfeld von wachsender Bedeutung. Damit die Lebensqualität vor Ort auch im Alter erhalten bleibt, ist eine altersgerechte Versorgung erforderlich. Dazu zählt das Angebot an Nahrungsmitteln, Waren und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf wie z. B. Apotheke, Ärzte, Friseur, Bäcker usw.

Eine möglichst fußläufige Erreichbarkeit dieser Angebote trägt zum Erhalt der Selbstständigkeit und des Wohlbefindens von alten Menschen bei und ermöglicht zugleich die gesellschaftliche Teilhabe in ihrem Wohnumfeld.

Zudem stellen Hol- und Bringdienste (z. B. von Apotheken und Einzelhandel) eine sinnvolle Ergänzung zur Sicherung der Grundversorgung mobilitätseingeschränkter Personen dar.

 

Daseinsvorsorge

Unter öffentliche Daseinsversorgung fallen Tätigkeiten des Staates, welche die grundlegenden Versorgung der Bevölkerung mit wesentlichen Gütern und Dienstleistungen sichert.

Besonders in ländlichen Regionen wird es zunehmend schwerer eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. Die Verantwortung für die Daseinsversorgung liegt sowohl bei den Kommunen als auch in privatwirtschaftlicher Verantwortung.

 

Daseinsversorgung durch Grundzentren/Unterzentren (Empfehlung der Ministerkonferenz):

  • Postfiliale/Bankfiliale
  • Einzelhandelseinrichtung des Grundbedarfs
  • Ambulante Versorgung: Allgemeinarzt, Zahnarzt, Facharzt
  • Apotheke/kleines Krankenhaus
  • Altenheim
  • Kindertageseinrichtungen/Einrichtungen der Jugendhilfe/Jugendzentren
  • Grundschulen, (Haupt- und Realschule)
  • Sport- und Spielstätten, Frei- und Hallenbad
  • ÖPNV-Haltepunkt (mindestens drei Fahrten pro Tag)

Daseinsversorgung durch Mittelzentren:

  • Bildung: zur Hochschulreife führende Schule, Berufsschule mit mehreren Ausbildungsgängen, Förderschulen, berufsbildende Schulen
  • Gesundheitswesen: Krankenhaus mit Chirurgie, innere Medizin, Gynäkologie und zusätzlich niedergelassenen Fachärzten
  • Sport: größere Sportanlagen, Sporthalle, Hallenbad, Freibad, Spezialsportanlagen
  • Einkaufszentrum, Warenhäuser und Fachgeschäfte, Handwerk, Kreditinstitute
  • Anschluss an das Bundesfernstraßennetz und an das Bahnnetz

 Daseinsversorgung durch Oberzentren:

  • Oberzentren sollen darüber hinaus weiteren Bedarf decken, wie z. B. Unfallkrankenhaus mit allen - insbesonders geriatrisch wichtige - Abteilungen (z. B. Neurologie, Innere Medizin, Augen)

 

bis was genau unter den Begriff der Daseinsversorgung fällt ist abhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen, Ansprüchen, Möglichkeiten und politischen Entscheidungen

bis der Staat und die Kommune müssen die Daseinsversorgung nicht direkt bereitstellen, sie müssen nur die Voraussetzungen dafür schaffen, dass beispielsweise die privatwirtschaftlichen Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Gruppen Aufgaben übernehmen können

bis kommunale Daseinsversorgung kann vor allem auf dem Land durch bürgerschaftliches Engagement aufrechterhalten werden. Hierfür müssen der Staat und die Kommunen müssen Voraussetzungen schaffen, damit das bürgerschaftliches Engagement ermöglicht wird

 

Informationsquellen

  • Angebotsanalyse
  • lokale Experten befragen (Verwaltung, soziale Dienste, Bezirksvertretungen)
  • Träger des ÖPNV (Verkehrsverbünde), Deutsche Bahn AG

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

z. B. Stadtteilspaziergang (Bestandserhebung)

stichwortartige Beschreibung der Situation in den Stadtteilen unter Berücksichtigung folgender Punkte:

  • Grundversorgung:
    fußläufige Erreichbarkeit von Lebensmittelgeschäften, Bäcker, Post, Geldinstitut, Frisör usw. (max. 500 m Entfernung von der Wohnung)
  • ÖPNV-Anbindung (Haltestellen-Netz: max. 300 m):
    Auswertung von Stadt- und Netzplänen (Kartografie) im Hinblick auf max. Entfernung zu Wohnungen

 

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann bei Bedarf aktualisieren

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten


Mehr zu diesem Thema: