Indikator 5.2 - Pflegebedürftigkeit

Zielbeschreibung

Der Indikator liefert Informationen über die Anzahl sowie den Anteil der pflegebedürftigen Menschen in der Kommune und zeigt den Entwicklungsverlauf dieser Bevölkerungsgruppe auf. Von besonderem Interesse ist der Anteil der über 60- bzw. der über 80-Jährigen an den pflegebedürftigen Menschen in den Stadtteilen. Die Erkenntnisse sind vor dem Hintergrund der ab 80 Jahren überproportional ansteigenden Pflegefallwahrscheinlichkeit wichtig. Außerdem soll die Verteilung der Pflegestufen auf die Altersgruppen ermittelt werden.

Die Zahlen stellen die Basis für weitergehende Planungsprozesse dar, die zur Sicherung und Weiterentwicklung ausreichender ortsnaher Hilfeangebote über die klassischen Versorgungsangebote (ambulante, teil- und vollstationäre Pflege, Prävention) hinaus erforderlich sind.

Die Differenzierung nach Pflegestufen und deren Entwicklung (Zu- bzw. Abnahmen) geben zudem Aufschluss über pflegebedingte Kosten, die auf die betroffenen Personen und Kostenträger zukommen.

Informationsquellen

Einheit

Anzahl und Anteil in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung:

  • Pflegebedürftige / Gesamtbevölkerung x 100
  • Pflegebedürftige ab 60 Jahre / Gesamtbevölkerung x 100
  • Pflegebedürftige ab 80 Jahre / Gesamtbevölkerung x 100
  • Pflegebedürftige / Pflegestufen x 100 (ambulante/stationäre Versorgung und Geschlecht)
  • Anzahl und Anteil der zu Hause und ambulant versorgten Pflegebedürftigen

Kennzahlen

alle Zahlen 2013:

  • 2,67 Mio. Menschen pflegebedürftig

    - Pflegequote der 75-84-jährigen: 14 %

    - Pflegequote der über 89-jährigen: 64 %

  • 65 % aller Pflegebedürftigen sind weiblich
  • 71 % werden in Privathaushalten, 29 % in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt
  • Leistungen der Pflegeversicherung:
    ambulant: 63 % Pflegestufe I, 29 % Pflegestufe II, 8 % Pflegestufe III
    stationär: 38 % Pflegestufe I, 40 % Pflegestufe II, 21 % Pflegestufe III (2% noch ohne Zuordnung)

Erhebungshäufigkeit

jährlich

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Bemessung anhand der Pflegeprognose, ob der Bedarf ambulanter und stationärer Pflege langfristig gedeckt werden kann 
  • Pflege-Workshop (z. B. http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/abgeschlossene-projekte/workshops-fuer-kommunen/projektthemen/seniorenpolitik/) mit kommunalen Akteuren, um gemeinsam kommunale Herausforderungen, Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten. Durch diesen Workshop kann eine Abstimmung mit den ambulanten Pflegediensten erfolgen, ob die Versorgung aller Stadtteile bedarfsgerecht gesichert ist. Gleichzeitig können das bürgerschaftliche Engagement erhöht und soziale Netzwerke verbessert werden, um Hilfebedürftigen Unterstützungen anzubieten.