Indikator 5.1 - Gesundheitsförderung und Prävention

Zielbeschreibung

Bei diesem Indikator geht es um eine Bestandsaufnahme aller vorhandenen gesundheitsförderlichen und präventiven Angebote für ältere Menschen.

Gesundheitsförderung und Prävention kann Pflegebedürftigkeit reduzieren und zum Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität führen. Dies führt zu einer höheren Lebensqualität und nicht zuletzt zu Einspareffekten für die Kommune.

Durch Aufklärung (z. B. Diabetes- bzw. Ernährungsberatung, Alzheimerinformation) und eine höhere Auslastung von präventiven Angeboten (z. B. Rückenschule, Wassergymnastik, Turnangebote, Wanderungen) kann die Bevölkerung gesünder altern. Dies führt neben individueller Lebenszufriedenheit auch zu finanziellen Einspareffekten für die Kommune.

Aufgabe von Kommunen ist es zu initiieren, koordinieren und Akteure aus Bereichen wie Gesundheit, Pflege oder Bildung zu vernetzen. So sollen gesundheitserhaltende und -fördernde Angebote ausgebaut werden und eine möglichst große Nachfrage erzeugen.

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen fördern als positiven Nebeneffekt auch Sozialkontakte. Dies ist zugleich die besondere Stärke von Gesundheitsförderung im Wohnumfeld, da hier ältere Migranten, ältere Menschen mit Behinderungen, ökonomisch benachteiligte oder bildungsferne Menschen besser erreicht werden können.

 

Informationsquellen

  • Kommune
  • Krankenkassen
  • Wohlfahrtsverbände
  • Gesundheitsämter
  • Selbsthilfegruppen aller Art oder deren Dachverbände
  • Sportvereine
  • Kirchen



Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Bestandserhebung:

  • Anbieterbefragung

    - Inhalt, Trägerschaft

    - Zielgruppe(n), Nutzung und Auslastung nach Altersklassen und Geschlecht

    - Ort, Angebotszeiten

    - Finanzierung/Kosten

    - Differenzieren nach Alter, Geschlecht, Einzugsgebiet, Häufigkeit der Nutzung

 

Kennzahlen aus dem Deutschen Alterssurvey 2014

Anteil der Menschen mit guter funktionaler Gesundheit (=kaum körperliche Einschränkungen trotz Krankheit)

  • 60-65 Jahre: 63,7 %
  • 66-71 Jahre: 66,6 %
  • 72-77 Jahre: 54,0 %
  • 78-83 Jahre: 34,7 %

 

Anteil der Menschen mit zumindest leichten depressiven Symptomen

  • 60-65 Jahre: 31,6 %
  • 66-71 Jahre: 23,0 %
  • 72-77 Jahre: 31,6 %
  • 78-83 Jahre: 35,6 %

 

Anteil der Menschen, die mindestens 1x wöchentlich Sport treiben

  • 60-65 Jahre: 56,3 %
  • 66-71 Jahre: 57,4 %
  • 72-77 Jahre: 49,7 %
  • 78-83 Jahre: 38,6 %

 

Erhebungshäufigkeit

einmalig

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Koordination und Förderung der Anbieter von Sport- und Gesundheitsangeboten für Ältere
  • verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für Angebote
  • Kommunaler Vernetzungsworkshop, durch den kommunale Angebote vernetzt, koordiniert und evtl. neu realisiert werden nach einem evaluierten und hier skizzierten Konzept
  • Stadtteilbezogene Bedarfsanalyse
  • Vernetzung und Austausch aller relevanten Akteure für eine nachhaltige gesundheitsförderliche Strukturentwicklung im Stadtteil
  • kontinuierliche Steuerung und Begleitung beispielsweise durch eine Koordinierungsstelle
  • zielgruppengerechte Zugangswege nutzen, sozial benachteiligte Menschen ansprechen, geschlechtsbedingte Unterschiede berücksichtigen

 

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