Indikator 3.8 - Wohnstandard und Barrierefreiheit

Zielbeschreibung

Der Indikator dient zur Einschätzung der Qualität der Wohnraumversorgung: Der Anteil an Wohnungen mit modernen Heizungen und sanitären Anlagen ist insgesamt hoch. Aufgrund der Tatsache, dass ältere Einwohner überproportional häufig noch in alten, nicht-modernisierten Häusern leben und andererseits eine moderne Ausstattung (z. B. Aufzug) für das selbstständige Wohnen im Alter eine Grundvoraussetzung ist, gewinnt dieser Indikator an Bedeutung.

Eine zukunftsfähige Stadtentwicklung erfordert neben einem attraktiven Wohnumfeld die Sicherstellung von altengerechtem bzw. barrierefreiem Wohnraum in integrierten, zentralen Lagen. Eine objektiv gute Wohnqualität ist Voraussetzung zur Erhaltung notwendiger Alltagsaktivitäten und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter. Alten Menschen und Menschen mit Behinderungen wird mithilfe eines barrierefreien Wohnumfeldes zugleich die gesellschaftliche Teilhabe erleichtert.

Informationsquellen

  • Energieversorger
  • Fortschreibung der Gebäude- und Wohnraumzählung anhand der Bautätigkeitsstatistik
  • lokale Wohnungsbaugesellschaften
  • Wohnkatasteramt
  • Wohngeldempfängerdatei
  • Immobilienverband Deutschland (vormals Ring Deutscher Makler)
  • Befragung von Experten: Stadtteilbürgermeister (Ortsvorsteher), informelle Informationen durch soziale Dienste, Bezirksvertretungen

Einheit

Gesamtanzahl und in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

stichwortartige Beschreibung der Wohnsituation

  • Heizungstyp: Anzahl und Anteil der Wohnungen mit Etagen- oder Sammelheizung und Öl-/Gasheizung in % an Gesamtanzahl (Stichprobe, z. B. bei einer Wohnungsbaugesellschaft)
  • Umfang an Modernisierungs- und Wohnungsanpassungsmaßnahmen (Barrierefreiheit, Heizung, Sanitär)
  • Anteil der Wohnungen mit Balkon/Terrasse
  • Anzahl der mehrstöckigen Wohngebäude, die nicht mit Aufzug ausge­stattet sind 

Kennzahlen

  • 10 % der 70- bis 85-Jährigen (West) leben in nicht-modernisierten Wohnungen (19 % im Osten)
  • 60 % aller Wohnungen sind zwischen 1919 und 1978 entstanden

Erhebungshäufigkeit

jährlich

Eigentümerbefragung: alle 5 Jahre

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • "Quartiersspaziergänge" könnten "Problemzonen" identifizieren und eine Grundlage für anschließende Workshops mit kommunalen Akteuren bilden
  • Aufbau eines kontinuierlichen Monitorings, um vorsorglich Maßnahmen und Handlungsleitlinien gegen eventuell anwachsende Leerstände zu treffen
  • konstruktiver Dialog mit der Wohnungswirtschaft, d. h. Austausch von Informationen und Strategien zur Erhaltung und Verbesserung der Qualität des Wohnstandortes