Indikator 3.7 - Innerstädtische Mobilität
a) Individualverkehr: Fuß- und Radwege
b) Automobilgestützter Individualverkehr
c) Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Zielbeschreibung

Es ist – auch im Alter – ein Grundbedürfnis, mobil zu sein und zu bleiben. Mobilität bedeutet hier neben der physischen Fortbewegung zu bestimmten Zielen zugleich auch Selbstständigkeit und Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und ist ein Beitrag zur Lebensqualität. Bei der Untersuchung der innerstädtischen Mobilität sollte die Sichtweise der Senioren Berücksichtigt werden.  

a) Individualverkehr: Fuß- und Radwege

Der Indikator dient zur Einschätzung des Vorhandenseins von Fuß- und Radwegen und deren Barrierefreiheit, da gerade für Ältere und insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen die Beschaffenheit dieser Wege eine wichtige Rolle spielt (z. B. Steigung/Gefälle, Treppenstufen, Nutzung mit Rollator).

b) Automobilgestützter Individualverkehr

Dieser Indikator zeigt, wie viele Menschen über 60 Jahre weiterhin mit dem Pkw unterwegs sind, wodurch der Gesamtbestand an Pkw zunimmt und der Parkplatzbestand wächst.

Das Verfügen über einen eigenen Pkw gewinnt mit zunehmendem Alter der Nutzer an Bedeutung. Das Fahren mit dem eigenen Pkw ist für sie gleichbedeutend mit Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, insbesondere dann, wenn Ziele weder zu Fuß noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen sind. Wenn alternative Möglichkeiten der Fortbewegung wenig attraktiv sind, wächst zugleich die subjektive Abhängigkeit vom Pkw.

c) Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Auch der ÖPNV leistet einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätssicherung. Anhand des Indikators kann bemessen werden, wie gut der ÖPNV von den älteren Menschen angenommen wird. Das wesentliche Bedürfnis des Fahrgastes ist es, schnell, sicher und komfortabel von A nach B zu gelangen. Der ÖPNV ermöglicht – im Rahmen vorgegebener Fahrpläne und unter der Voraussetzung der Erreichbarkeit der Haltestellen – Mobilität ohne Abhängigkeit von anderen Personen.

Informationsquellen

  • Befragung lokaler Verkehrsexperten (z. B. Polizei), Straßenverkehrsamt
  • Kraftfahrt-Bundesamt (www.kba.de)
  • Befragung der Verkehrsunternehmen, Deutsche Bahn: Auswertung von Fahr- und Netzplänen, Berichte der Verkehrsbetriebe
  • Nutzer/Nichtnutzer des ÖPNV  

Einheit

Anteil und Anzahl in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

a) Stadtteilbegehungen

stichwortartige Beschreibung der Situation (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) unter Berücksichtigung folgender Punkte:

  • Topographie und Bodenbeschaffenheit: Steigung/Gefälle, Treppenstufen, Art des Belages (z. B. Pflasterung, Stolperfallen, Bordsteinkanten)
  • Fußwege: Prüfen auf Eignung für Personen mit Rollator, Rollstuhl, ­Elektromobil (oder mit Kinderwagen), d. h. ausreichende Breite, Eben­erdigkeit (Anteil der ausreichend breiten Fußwege an Gesamtstrecke)
  • (keine) Nutzungseinschränkung durch fahrenden oder ruhenden Verkehr (parkende Autos), Inline-Skater, Radfahrer
  • Fußgängerüberwege: deutliche Markierungen (Zebrastreifen, Länge der Ampelphasen, akustische Signale usw.), Verkehrsinseln
  • Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten, die zur Erleichterung bei Besorgungen und Aktivitäten zu Fuß – auch bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen – beitragen
  • Fuß- und Radwege: Vorhandensein; separates Radwegenetz (in km)

b) Pkw-Bestand

  • Anzahl Pkw/Krafträder und Anzahl Fahrzeughalter je 1000 Einw. nach Alter und Geschlecht

c) ÖPNV

  • Fahrgastaufkommen von ÖPNV und Deutsche Bahn AG (Indikator für die Attraktivität)
  • Anzahl Fahrten pro Einwohner im Jahr nach Altersstufen

  stichwortartige Beschreibung:

  • Dauer der Verfügbarkeit (Fahrzeiten von–bis an allen Wochen­tagen und Taktfrequenz an Werk-, Sonn- und Feiertagen)
  • Barrierefreiheit der Fahrzeuge (Anteil Fahrten mit Niederflur-Fahrzeugen), leicht erreichbare und bequeme Sitze, ausreichende Haltedauer zum Ein- und Aussteigen  
  • Barrierefreiheit von Haltestellen und Fahrkartenautomaten
    (Eben­erdigkeit, Nutzerfreundlichkeit)
  • Wetterschutz und Sauberkeit an Haltestellen

Kennzahlen

-/-

Erhebungshäufigkeit

  1. einmalig, dann nach Bedarf
  2.  jährlich
  3. einmalig, bei Fahrplanwechsel aktualisieren

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Barrierefreiheit im öffentlichen Raum voranbringen
  • Parkraum großzügig zur Verfügung stellen
  • Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen, um die Attraktivität der Angebote speziell für Senioren zu erhöhen