Indikator 3.5 - Mobilität

Zielbeschreibung

Mobilität bedeutet hier neben der physischen Fortbewegung zugleich auch Selbstständigkeit und Selbstbestimmung sowie soziale Teilhabe. Diese wesentlichen Aspekte zur Lebensqualität sollten auch aus Sicht Älterer berücksichtigt werden.  

a) Individualverkehr: Fuß- und Radwege

Der Indikator dient zur Einschätzung des Vorhandenseins von Fuß- und Radwegen und deren Barrierefreiheit, da gerade für Ältere und insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen die Beschaffenheit dieser Wege eine wichtige Rolle spielt (z. B. Steigung/Gefälle, Treppenstufen, Nutzung mit Rollator).

b) Automobilgestützter Individualverkehr

Dieser Indikator zeigt den Anteil und die Anzahl älterer Pkw-NutzerInen sowie die Entwicklung von altersgerechtem Parkplatzbestand.

c) Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Der ÖPNV wird eine künftig wachsende Bedeutung erhalten und dieser Indikator soll u. a. belegen, wie attraktiv der ÖPNV für Ältere ist und wie gut er von Älteren angenommen wird.

 

Informationsquellen

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

a) Stadtteilbegehungen

stichwortartige Beschreibung der Situation (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) unter Berücksichtigung folgender Punkte:

  • Topographie und Bodenbeschaffenheit: Steigung/Gefälle, Treppenstufen, Art des Belages (z. B. Pflasterung, Stolperfallen, Bordsteinkanten)
  • Fußwege: Prüfen auf Eignung für Personen mit Rollator, Rollstuhl, ­Elektromobil (oder mit Kinderwagen), d. h. ausreichende Breite, Eben­erdigkeit (Anteil der ausreichend breiten Fußwege an Gesamtstrecke)
  • (keine) Nutzungseinschränkung durch fahrenden oder ruhenden Verkehr (parkende Autos), Inline-Skater, Radfahrer
  • Fußgängerüberwege: deutliche Markierungen (Zebrastreifen, Länge der Ampelphasen, akustische Signale usw.), Verkehrsinseln
  • Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten, die zur Erleichterung bei Besorgungen und Aktivitäten zu Fuß – auch bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen – beitragen
  • Fuß- und Radwege: Vorhandensein; separates Radwegenetz (in km); ausreichende Breite (auch für Dreiräder!)

     

    b) Pkw- und Krafträder-Bestand

  • Anzahl Pkw/Krafträder und Anzahl Fahrzeughalter je 1000 Einw. nach Alter und Geschlecht

 

c) ÖPNV

  • Fahrgastaufkommen von ÖPNV und Bahnverkehr
  • Anzahl Fahrten pro Einwohner im Jahr nach Altersstufen

  stichwortartige Beschreibung:

  • Dauer der Verfügbarkeit (Fahrzeiten von–bis an allen Wochen­tagen und Taktfrequenz an Werk-, Sonn- und Feiertagen)
  • Barrierefreiheit der Fahrzeuge (Anteil Fahrten mit Niederflur-Fahrzeugen), leicht erreichbare und bequeme Sitze, ausreichende Haltedauer zum Ein- und Aussteigen  
  • Barrierefreiheit von Haltestellen und Fahrkartenautomaten
    (Eben­erdigkeit, Nutzerfreundlichkeit)
  • Wetterschutz und Sauberkeit an Haltestellen

 

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann nach Bedarf bzw. bei Fahrplanwechsel

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Workshops
  • Barrierefreiheit im öffentlichen Raum voranbringen
  • altersgerechten Parkraum zur Verfügung stellen
  • Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen