Indikator 3.6 - Soziale Wohnraumversorgung und Wohnnotfälle

Zielbeschreibung

Die kommunale Verantwortung besteht in der Sicherung der Wohnqualität und sozialen Wohnungsversorgung. Kommunen müssen sozial benachteiligten Bürgern kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. Ziel dieses Indikators ist es,

  • Fehlplanungen im Wohnungsneubau (z. B. Größe, Barrierefreiheit usw.) zu vermeiden
  • schlechte Wohnbedingungen in „Krisenvierteln“ zu entschärfen
  • Selbstständigkeit und Lebensqualität Älterer zu erhalten
  • (ungewollte) Heimeinzüge zu verzögern

Im Zuge der Privatisierung von Wohnbestand, der ursprünglich im Besitz der Kommune oder gemeinnütziger Vereinigungen war, können den Kommunen z. B. für das Belegungsrecht erhebliche Kosten entstehen. Durch steigende Mieten wachsen zugleich die Aufwendungen für Wohngeld an.

Auch wenn die Anzahl der Wohnnotfälle zahlenmäßig gering sein mag, ist diesem Thema besonderes Augenmerk zu schenken: Von Armut und von Obdachlosigkeit betroffene oder bedrohte Menschen stellen in einigen Kommunen eine wachsende Gruppe dar.

Informationsquellen

  • lokale Wohnungsbaugesellschaften

  • Wohngeldempfängerdatei

  • Bautätigkeitsstatistik: Fortschreibung der Gebäude- und Wohnraumzählung

  • Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe

  • Sozialwohnungen (+ Fehlbelegungsabgabe [= FEBE])

  • Mietschuldnerberatungsstellen

  • Sozialverwaltung: Räumungsklagen

  • Einwohnermelderegister: Wohndauer

  • Befragung vor Ort

Einheit

Anzahl und Anteil in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

  • Beschreibung der Situation, d. h. Gesamtbestand der Sozialwohnungen und Verteilung auf die einzelnen Stadtteile:

    - Anteil der (preisgebundenen) Sozialwohnungen am Gesamtwohnbestand

    - Anzahl der berechtigten Bürger, davon Anteil der über 60-Jährigen

  • Wohnnotfälle (stichwortartige Beschreibung):

    - Anzahl der betroffenen älteren Obdachlosen nach Art der Unterbringung

    - unzumutbare Wohnverhältnisse, z. B. wenn die Mietbelastung über
      30 % des Einkommens beträgt und Raumnot vorherrscht

Kennzahlen

  • 783.000 bzw. 1,9 % aller Haushalte erhalten Wohngeldunterstützung (2012)
  • 57 % aller Empfängerhaushalte sind Einpersonenhaushalte
  • 80 € Wohngeld pro Monat (durchschnittl.) in Einpersonenhaushalten

Erhebungshäufigkeit

jährlich

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Vermeidung von Fehlbelegungen
  • Anteil der Sozialwohnungen für alternative Wohnformen öffnen