Indikator 3.3 - Alltagsbezogene Dienste

Zielbeschreibung

Ziel dieses Indikators ist es, das örtliche Angebot für alltagsbezogene Dienstleistungen zu erfassen. Diese (auch komplementäre Dienste genannt) ergänzen die ambulanten Pflegedienste und bieten Lösungen für häusliche Probleme an. Meist handelt es sich bei den Dienstleistungen um kleine Alltagshandlungen, welche im Alter nicht mehr ohne Weiteres bewältigt werden können.

Diese Dienstleistungen, sind kommunale Handlungsfelder, die auch durch ehrenamtliches Engagament genutzt werden können. 

Beispiele für diese Angebote und Dienstleistungen:

im Haushalt: kleine handwerkliche Arbeiten in der Wohnung, wie z. B. Leuchtmittel auswechseln, Hilfe bei leichten oder zu schweren Tätigkeiten im Haushalt/im Haus (z. B. Fenster putzen, „Frühjahrsputz“, Gardinen reinigen und aufhängen, Betten machen/beziehen, Wäsche waschen, aufhängen und bügeln usw., Staub wischen, Bodenpflege/Teppichreinigung, Einkauf Lebensmittel/täglicher Bedarf, Essenszubereitung und Geschirr spülen, Treppenhaus reinigen, Mahlzeitendienste, Mülleimer leeren usw.)

am Haus: Laub fegen, Müll entsorgen, Balkon und Terrasse reinigen, Gartenarbeiten usw.

Mobilität: Hol- und Bringdienste (Lebensmittel usw.), Personentransfer (Begleitung zum Arzt usw.), Besuchsdienste (Kontaktpflege, Freizeitgestaltung), Reisebegleitung, Gottesdienst- und Friedhofsbesuche

Wichtig bei ehrenamtlichem Engagement ist, dass sie keine unmittelbare Konkurrenz zu professionellen Dienstleistern wie z. B. Handwerkern darstellen und damit auch keine regulären Arbeitsverhältnisse gefährden. Diese niedrigschwelligen Dienste werden von freiwilligen Helfern angeboten, denen von den Nutzern in der Regel nur eine Aufwandsentschädigung (plus eventuell entstandene Fahrtkosten) gezahlt wird.

Hilfreich ist hier die Kooperation mit einem evtl. vorhandenen Pflegestützpunkt.

 

Zusatzinformation Demenz

Ein wichtiges Angebot stellen Betreuungsangebote zur Entlastung von demenziell erkrankten Menschen und ihren Angehörigen dar. Diese Betreuungsangebote werden auch von ehrenamtlichen Helfern unter pflegefachlicher Anleitung übernommen, um pflegende Angehörige zu entlasten.

Beispiele hierfür sind

  • Spaziergänge
  • alte Fotos anschauen, um Erinnerungen zu wecken
  • bekannte Sprichworte und Liedertitel ergänzen, um das Gehirn zu trainieren
  • gemeinsames Singen bekannter Melodien aus der Jugend demenzkranker Menschen
  • Märchen erzählen und vom Kranken den Ausgang erraten lassen
  • gemeinsam Mahlzeiten zubereiten und Tisch decken
  • Zeichnen und Malen

 

Informationsquellen

  • Angebotsanalysen
  • Wohlfahrtsverbände
  • Vereine
  • Wohnungsbaugesellschaften
  • Freiwilligenagentur, Tauschbörsen u. a.
  • sonstige Anbieter, private Initiativen, Selbsthilfegruppen usw.

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Anzahl der angebotenen niedrigschwelligen, pflegeergänzenden alltagsbezogenen Dienstleistungen:

  • Fahrdienste
  • Demenzprojekte
  • Unterstützung im Haushalt
  • Einkaufsunterstützung
  • Gesellschaft leisten: gemeinsame Gespräche, Gedächtnisübungen, basteln, Spiele (Kartenspiele, Brettspiele, Konzentrationsübungen), gemeinsamer Theater- oder Kinobesuch 

 

Erhebungshäufigkeit

jährlich

 

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Analyse bestehender Angebote
  • Bedarf und Angebot (möglichst nach Befragung) klären, ob sich eine Ausweitung des vorhandenen Angebotes lohnt und wie die Bekanntheit und Erreichbarkeit derartiger Dienste verbessert werden könnte
  • Diesen Vergleich der bestehenden Angebote mit dem Bedarf, z. B. auch im Rahmen von seniorenpolitischen Workshops
  • Daten als Basis für weitere Informationsbeschaffung (zum Beispiel Seniorenbefragungen) nutzen