Zielbeschreibung
Der Indikator bemisst, welcher Anteil der Bevölkerung ausgewählte kommunale Infrastruktureinrichtungen in zumutbarer Zeit per Individualverkehr erreichen kann. Das ist wichtig, da im Alter neben der Wohnung das unmittelbare Wohnumfeld an Bedeutung zunimmt. Unter Infrastruktur wird hier das Angebot an Nahrungsmitteln und anderen Waren und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf verstanden. Die gute Erreichbarkeit dieser Angebote trägt zum Erhalt von Selbstständigkeit und Wohlbefinden von alten Menschen und Menschen mit Behinderung bei und ermöglicht zugleich die gesellschaftliche Teilhabe in ihrem Wohnumfeld. Das Hauptkriterium des Indikators ist die Zugänglichkeit zu den Angeboten, d. h. ob Einrichtungen für die Grundversorgung fußläufig erreichbar sind („Stadt der kurzen Wege“) oder ob sie mithilfe gut ausgebauter öffentlicher Verkehrsmittel leicht erreicht werden können (Zentralität).
Bei allen Wohnformen spielt der Wunsch der (meisten) Bewohner nach sozialem Austausch und gegenseitiger Unterstützung eine Rolle. Der Anteil an Mehrpersonenhaushalten kann Hinweise zur Bestimmung des häuslichen Pflegepotenzials liefern.
Informationsquellen
- lokale Experten (informelle Informationen durch soziale Dienste, Stadtteilbürgermeister, Allgemeine Soziale Dienste (ASD), Bezirksvertretungen)
- Apothekerverband
- Träger des ÖPNV (Verkehrsverbünde), Deutsche Bahn AG
Einheit
Anzahl pro Stadtteil
Erhebungsinhalte und/oder Berechnung
Stadtteilspaziergang (Bestandserhebung)
stichwortartige Beschreibung der Situation in den Stadtteilen unter Berücksichtigung folgender Punkte:
-
Grundversorgung:
fußläufige Erreichbarkeit von Lebensmittelgeschäften, Bäcker, Post, Geldinstitut, Frisör usw. (max. 500 m Entfernung von der Wohnung) -
ÖPNV-Anbindung (Haltestellen-Netz: max. 300 m):
Auswertung von Stadt- und Netzplänen (Kartografie) im Hinblick auf max. Entfernung zu Wohnungen
Kennzahlen
Auf jede Apotheke kommen 3.796 Einwohner (2009).
Erhebungshäufigkeit
einmalig, dann bei Bedarf aktualisieren
Auswahl an Handlungsmöglichkeiten
Gespräche mit Einzelhändlern, ob sich Hol- bzw. Bringdienst in Stadtteilen mit schlechter Grundversorgung lohnt.
