Indikator 3.2 - Allgemeine Wohnstrukturdaten:
Baujahr, Eigentümer-/Mieterstruktur, Wohnfläche, Wohndauer

Zielbeschreibung

Allgemeine Wohnstrukturdaten (s. o.) sind Planungsgrundlage für alle Themenfelder, insbesondere für Wohnen, Pflege und bürgerschaftliches Engagement. Sie dienen zur objektiven Beschreibung der Wohnqualität im Stadtteil:

  • Kenntnisse über Gebäude und deren Ausstattung (Bad, Heizung) geben Auskunft darüber, inwieweit Wohnungen auch für potenziell hilfe- und pflegebedürftige Bewohner geeignet sind (Barrierefreiheit).
  • Bei Mietern ist die Bereitschaft und Möglichkeit umzuziehen höher als bei Eigentümern, die sich oft mehr mit dem Quartier verbunden fühlen.
  • Die Wohndauer ist ein weiterer Indikator für die Verbundenheit mit dem Stadtteil. So spricht eine geringe Fluktuation für einen hohen Grad der Identifizierung mit dem Stadtteil („Heimat“). Bei allen Wohnformen spielt der Wunsch der (meisten) Bewohner nach sozialem Austausch und gegenseitiger Unterstützung eine Rolle. Der Anteil an Mehrpersonenhaushalten kann Hinweise zur Bestimmung des häuslichen Pflegepotenzials liefern.

Angebot und Nachfrage im Bereich Wohnen:

Eine aktuelle Bewertung des Wohnungsmarktes hinsichtlich Angebot und Nachfrage liefert der Kommune Hinweise darauf, welche Steuerungsmaßnahmen notwendig sind. Die Anzahl der wohnungsuchenden in einem Quartier liefert Hinweise auf die Beliebtheit eines Stadtteils und damit auch auf die Lebensqualität. Ein übermäßiger Leerstand kann ein Indiz dafür sein, dass das Verhältnis zwischen Qualität des Wohnumfeldes und den Bedürfnissen der Nachfrager nicht stimmt. Kriterien sind unter anderem Lage, Mietpreis, Größe und Ausstattung.

Informationsquellen

Einheit

Gesamtanzahl und Anteil in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

tabellarische Darstellungen:

  • Baujahr der Häuser: Gesamtanzahl und Prozentanteil (Stichprobenerhebung) der Häuser nach Kategorien, z. B. Baujahr <1920, 1920–1945, 1946–1970, 1970–1990, 1990-2000, nach 2000
  • Mieter-/Eigentümerstruktur: Gesamtanzahl und Prozentanteil der Eigentümer (nach Alter/Geschlecht über 60 Jahre)
  • Wohnfläche je Wohnung: Gesamtzahl und Mittelwert, evtl. Prozentwert (Stichprobe) der Pro-Kopf-Wohnfläche, z. B. <40 m², 40–59 m², 60–79 m², 80–99 m², >100 m².
  • Wohndauer: Mittelwerte nach Altersgruppen (Einwohnermeldeamt)

bisVon besonderem Interesse ist die zukünftig stark anwachsende Risikogruppe der privat wohnenden Hochaltrigen.

Kennzahlen

  • 50% der über 65-Jährigen leben in Wohneigentum (vgl. 43% der Gesamtbevölkerung) (2013)
  • 10,9 Millionen Haushalte mit Haupteinkommensbeziehern im Alter von 65 Jahren und älter (2013)
  • durchschnittliche Wohnfläche der 65-Jährigen: 55m² (2013)
  • durchschnittliche Wohnfläche der 80-Jährigen: 70m² (Frauen), 60m² (Männer) (2013)

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann alle 5 Jahre/nach Bedarf

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Wohnberatungstätigkeit in Stadtteilen der 50er/60er Jahre intensivieren
  • Wohnungsunternehmen vermehrt zu Modernisierungsmaßnahmen anhalten
  • Aufbau eines kontinuierlichen Monitorings, um vorsorglich Maßnahmen und Handlungsleitlinien gegen eventuell anwachsende Leerstände zu treffen