Indikator 2.3 - Politische Partizipation

Zielbeschreibung

Wahlbeteiligung und Seniorenvertretungen sind hier mögliche Indikatoren.

 

Wahlbeteiligung

Die unterschiedlichen Wahlbeteiligungsquoten einzelner Quartiere liefern Informationen über das Interesse und die Beteiligung Älterer an politischen Entscheidungsprozessen in der Kommune. Angesichts der zahlenmäßig wachsenden Bevölkerungsgruppe erhält deren Wahlbeteiligung auch auf kommunaler Ebene eine wahlentscheidende Bedeutung.

bis Die Ergebnisse der letzten Wahlen belegen, das die Wahlbeteiligung der 60- bis 69-Jährigen Bürger im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und insbesondere gegenüber jungen Menschen eindeutig am höchsten ist. Auch die über 70-Jährigen gehen überdurchschnittlich häufig zur Wahl.

bis ökonomisch und bildungsmäßig benachteiligte Menschen nehmen seltener am politischen Geschehen teil und sind weniger bürgerschaftlich engagiert als der Bevölkerungsdurchschnitt. Deshalb ist auch hier die Analyse von Quartiersdaten eine wichtige Voraussetzung, um die Lebenslagen dieser Menschen zu verbessern.

 

Seniorenvertretungen oder Seniorenbeiräte

Eine Möglichkeit politischer Partizipation und Interessenvertretung sind Seniorenvertretungen oder Seniorenbeiräte. Sie sollen bei kommunalen Planungen mitwirken, seniorenpolitische Informationen an Politik, Verwaltung und seniorenpolitische Akteure weiter leiten, ältere Menschen beraten sowie Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Die Teilnehmer eines Seniorenbeirats werden in der Regel alle vier bis fünf Jahre von den über 60-jährigen Einwohnern einer Gemeinde gewählt. Die Größe des Beirats berechnet sich in der Regel nach einem festgesetzten Schlüssel. Vertreter des Seniorenbeirats dürfen an Sitzungen der Kommune teilnehmen und besitzen mindestens ein Anhörungsrecht. Es ist sinnvoll, sich eine eigene Satzung zu geben.

Zur Vermeidung von sozialem Ausschluss sollten bei der Zusammensetzung eines Seniorenbeirates die Interessen möglichst aller Gruppen Älterer einbezogen werden, wie z. B. die Hochaltrigen, einkommensschwache Ältere, Ältere mit Migrationshintergrund und ältere Alleinlebende.

Ein Seniorenbeirat kann eine Bereicherung für die politische Arbeit sein, um die kommunalen Quartiere seniorengerecht zu gestalten. Daher sollte eine Gemeinde die Einrichtung eines Seniorenbeirats verstärkt fördern und Ältere dazu motivieren, sich aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen.

 

Weitere Formen politischer Partizipation

  • Wahlen
  • Unterschriftenaktionen
  • Demonstrationen/Versammlungen
  • Abstimmungsplattformen im Internet
  • Engagement in Umwelt- Menschenrechts- oder Selbsthilfegruppen
  • Leserbriefe in der Zeitung
  • Briefe/E-Mails an Abgeordnete oder die persönliche Sprechstunde aufsuchen
  • Mitgliedschaft in Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen

 

Informationsquellen

  • Kommune
  • Städtische Landesämter
  • Statistisches Bundesamt
  • Bundeswahlleiter (Repräsentative Ergebnisse der Männer und Frauen nach Altersgruppen)
  • Wahlbeteiligung und Stimmabgabe der Europawahl 2019 nach Geschlecht und Altersgruppen

 

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Wahlbeteiligung:

  • Wählerverhalten/Wahlbeteiligung bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen nach Quartieren
  • nach Altersstruktur und Geschlecht
  • Veränderungen gegenüber früheren Jahren
  • örtliche Zusammensetzung der (aktiven) Parteimitglieder

 

Seniorenbeirat:

  • Zusammenasetzung
  • berufene oder gewählte Mitglieder
  • Häufigkeit der Treffen
  • Möglichkeiten der politischen Beteiligung
  • Satzung
  • Themenfelder
  • Internetseite

Erhebungshäufigkeit

einmalig, dann nach Bedarf/Wahljahren aktualisieren

 

Auswahl an Handlungs­möglichkeiten

  • wenn keine Seniorenvertretung existiert: Interesse an Realisierung im Rat und auch unter den Älteren erfragen
  • potenzielle Kandidat*innen ansprechen
  • die Gemeinde sollte dieses Potenzial an aktiven Älteren nutzen und sie verstärkt an kommunalen Entscheidungen beteiligen


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