Indikator 1.5 - Erwerbsquote und Arbeitslosigkeit

Zielbeschreibung

Erwerbsquote

Der Indikator zeigt das Verhältnis von erwerbstätigen zu nicht erwerbstätigen Personen.

Eine hohe Teilzeitquote der über 55-Jährigen könnte auf schrittweises Ausscheiden aus dem Berufsleben, auf ein höheres (familiales) Unterstützungspotenzial (auch im Pflegefall), aber auch auf höhere Armutsrisiken hinweisen.

Eine hohe Vollbeschäftigungsquote - gerade bei Frauen - kann das (familiale) Unterstützungspotenzial aber auch evtl. Armutsrisiken reduzieren.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquote steht als Indikator für die soziale Lage der Bevölkerung. Mithilfe der Daten können Aussagen über Armut und Armutspotenziale in der (älteren) Bevölkerung sowie finanzielle Belastungen für die Kommune getroffen werden. 

Informationsquellen

 

Einheit

absolute Anzahl und Anteil in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Erwerbsquote Gesamt = Erwerbspersonen / Bevölkerung insgesamt x 100


Erwerbsquote Frauen / Männer im Alter von 55–65 Jahren =
Anzahl weibliche / männliche Erwerbspersonen 55–65 Jahre    x 100 /
Gesamtanzahl der Frauen / Männer im Alter von 55–65 Jahren

 
Erwerbspersonen = Erwerbstätige + Erwerbslose


Eigenerhebung: Befragung nach Erwerbsstatus, z. B. ob
hauptberuflich (Vollzeit/Teilzeit) oder nebenberuflich/gelegentlich erwerbstätig, arbeitslos, noch nicht im Ruhestand, im Vorruhestand, im Ruhestand (Rente/Pension), Berufs- und Erwerbsunfähigkeit oder nicht erwerbstätig (Hausfrau/Hausmann, nie berufstätig gewesen) 

Arbeitslosigkeit

  • Arbeitslose und Arbeitslosenquoten im Jahresdurchschnitt

 bis differenziert nach:

  • Geschlecht
  • Alter ab 55 Jahre
  • Staatsangehörigkeit

z. B. Arbeitslosenquote der 55+ im Jahresdurchschnitt:

Arbeitslose (55+)/(sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort+Arbeitslose 55+)x100

Erhebungshäufigkeit

jährlich

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Auf- bzw. Ausbau kostengünstiger niedrigschwelliger Dienstleistungsangebote zur Nutzung durch betroffene Personengruppen, z. B. Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen von Altersarmut
  • Gewinnung älterer Arbeitsloser für ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Arbeitgebern das Potenzial Älterer bewusst zu machen (Erfahrungswissen usw.)
  • Förderung von Maßnahmen, um das Potenzial der „jungen“ Alten zu nutzen,
  • bei geringen Erwerbstätigenquoten in dieser Altersgruppe sollten entsprechende „Ausgleichsangebote“ geschaffen werden, z. B. Freizeit- und Bildungsangebot