Indikator 1.4 - Familienstand und Haushaltsgrößen

Zielbeschreibung

Familienstand

Der Indikator weist u. a. darauf hin, ob ggf. ein familiales Unterstützungs- oder Pflegepotenzial zur Verfügung steht oder ob die Person allein lebt und somit eher auf Hilfe von außen angewiesen ist. Des Weiteren gibt dieser Indikator Auskunft darüber, inwieweit von einer potenziellen Isolierungsgefahr älterer Menschen auszugehen ist.
Derzeit ist der Großteil der älteren Bürger verheiratet. Bei den Hochaltrigen ist dagegen der Anteil der Verwitweten am höchsten. Durch gesellschaftliche Veränderungen wird allerdings mittelfristig auch der Anteil der ledigen oder geschiedenen älteren Mitbürger konstant zunehmen.

Haushaltsgrößen

Haushaltsgrößen geben Auskunft über Möglichkeiten für Sozialkontakte sowie informelle Hilfspotenziale. Eine hohe Anzahl an Ein- und Zweipersonenhaushalten unter der Wohnbevölkerung weist z. B. auf die mögliche Gefahr der Vereinsamung sowie auf etwaigen Bedarf an informellen (Freunde und Bekannte) wie professionellen Hilfeleistungen hin. Die Zunahme von Einpersonenhaushalten ist ein Indiz für die fortschreitende Singularisierung des Alters. Insbesondere hochaltrige, verwitwete Frauen leben vielfach in Single-Haushalten.

Informationsquellen

Einheit

absolute Anzahl und Anteil in %

Erhebungsinhalte und/oder Berechnung

Familienstand

nach Altersgruppen ab 60 Jahre und Geschlecht:
bis differenziert nach: 

  • ledig
  • verheiratet
  • geschieden
  • verwitwet

Hinweis: Differenzierungen wie „mit Partner/in zusammenlebend“ oder „verheiratet, aber getrennt lebend“ können in der Regel nur durch Eigenerhebungen ermittelt werden.

Haushaltsgrößen

  • Anzahl der Ein-, Zwei- oder Mehrpersonenhaushalte nach Alter (des Haushaltsvorstandes über 50 Jahre), Geschlecht und ggf. Personen nicht-deutscher Herkunft
  • oder: Anzahl der Personen (1, 2, 3, 4 und mehr Personen), die im Haushalt leben
  • Einpersonenhaushalte/ Anzahl der Gesamthaushalte x 100 = Anteil in %

Kennzahlen

Haushaltsgrößen

Alleinwohnen in % der Altersgruppen (2013):

  • 65-75 Jahre: 7,8 % Männer, 17 % Frauen
  • über 75 Jahre: 9,1 % Männer. 34,1 % Frauen

Erhebungshäufigkeit

jährlich, bei Haushaltsgrößen alle 5 Jahre aktualisieren

Auswahl an Handlungsmöglichkeiten

  • Hauptinteresse gilt Integration der älteren Singles, um Unterstützungspotenzial zu schaffen und Vereinsamung entgegenzuwirken
  • in Quartieren mit hohem Anteil älterer Alleinwohnender den Umfang an aktivierenden und unterstützenden Angeboten überprüfen