WOHNEN UND LEBENSFÜHRUNG

Die Wohnung und das Wohnumfeld gewinnen mit zunehmendem Alter immer mehr an Bedeutung. Die weitaus meiste Zeit wird im höheren Alter in den eigenen vier Wänden verbracht. Vor diesem Hintergrund eröffnen die konkreten Wohnbedingungen oftmals die Chance auf ein selbstständiges Leben, auch mit schweren körperlichen Einschränkungen. Der individuelle Wohnbereich wird daher zukünftig noch an Bedeutung gewinnen. Zugleich werden sich die Wohnbedürfnisse älterer Menschen wandeln (z. B. barrierefreie Wohnung und Wohnumfeld, schnelle und gute Erreichbarkeit von Dienstleistungen für den täglichen Bedarf).

Vor dem Hintergrund sich verändernder Wohn- und Lebensformen ist insbesondere die wachsende Zahl alleinlebender älterer Menschen von Interesse. Alterstypisch gewandelte Wohnbedürfnisse stehen vielerorts in keinem geeigneten Verhältnis zu gewachsenen, in weiten Teilen nicht „altersgerechten“ Wohn- und Siedlungsstrukturen.
Folgende wohnungspolitische Grundbedürfnisse älterer Menschen sind zu nennen:

  • die Sicherstellung von Hilfe- und Betreuungsmöglichkeiten
  • die Funktionsgerechtigkeit, die Sicherheit und der Schutz innerhalb der Wohnung und im häuslichen/städtischen Wohnumfeld
  • der Erhalt von Eigenständigkeit
  • der Erhalt von Selbstbestimmung
  • der Erhalt von Kontinuität im täglichen Ablauf
  • der Erhalt vorhandener Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten
  • die Bezahlbarkeit des altersgerechten Wohnraumes

Im Hinblick auf künftige wohnungs- und städtebaupolitische Erfordernisse im Wohnumfeld werden insbesondere folgende „demografiesensible“ Bereiche an Bedeutung gewinnen:

  • Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen wie z. B. Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Apotheken, ÖPNV-Anbindung
  • Verbundenheit mit dem und soziale Integration im Stadtteil
  • Zustand des unmittelbaren Wohnumfeldes

Aufgrund der wachsenden Differenzierung von Lebens- und Bedarfslagen älterer Menschen können keine Standardaussagen über die Art und den Umfang des künftig gewünschten und erforderlichen Wohnens abgeleitet werden. Deshalb können in diesem Themenfeld keine allgemeingültigen Bemessungsgrundlagen und Handlungskonzepte vorgegeben werden.