Der Indikator dient dazu, die Qualität der Wohnraumversorgung in den Stadtteilen einzuschätzen. Aufgrund der Tatsache, dass ältere Menschen häufig in alten, nicht modernisierten Wohnungen/Häusern leben und andererseits eine moderne Ausstattung (z. B. Aufzug) für das selbstständige Wohnen im Alter eine Grundvoraussetzung ist, gewinnt dieser Indikator an Bedeutung.
Eine zukunftsfähige Ortsentwicklung erfordert neben der Steigerung der Attraktivität des Wohnumfelds insbesondere die Sicherstellung von altengerechtem bzw. barrierefreiem Wohnraum in integrierten, zentralen Lagen. Dabei sollen die besonderen Erfordernisse und Bedürfnisse der älteren Bewohner berücksichtigt werden. Eine objektiv gute Wohnqualität fördert das Wohlbefinden der Bürger und trägt zugleich zur Erhaltung von Selbstständigkeit bis ins sehr hohe Alter bei.
Das Alter der Wohngebäude ist wichtig, da sich aus dem Baujahr Aspekte der Wohnausstattung und somit der Wohnqualität ableiten lassen. Geht man davon aus, dass die Mehrzahl der Bürger über 60 Jahre mindestens seit 30 Jahren nicht mehr umgezogen ist, lässt sich daraus schlussfolgern, dass auch die Mehrheit in Wohngebäuden aus den 70er Jahren und älter wohnt. Gebäude dieser Zeit verfügen eher selten über Fahrstühle und barrierefreie Eingänge, außerdem sind die Zuschnitte der Wohnungen meist eng, so dass in der Regel größere Eingriffe erforderlich sind, um die Wohnungen barrierefrei umzugestalten. Fast 60 % aller Wohnungen in Deutschland sind in der Zeit zwischen 1919 und 1978 entstanden; diese werden zum großen Teil auch von älteren Bürgern bewohnt (vgl. Tabelle 72, auch Indikator 3.2 B).
Tabelle 72: Wohnungen in Gebäuden mit Wohnraum nach Baujahr in 1.000 (Stand: 2006)
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Anzahl |
in % |
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Wohneinheiten insgesamt |
39.550 |
100 |
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davon errichtet von … bis … |
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bis 1918 |
5.673 |
14,3 |
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1919–1948 |
5.389 |
13,6 |
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1949–1978 |
18.301 |
46,2 |
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1979–1990 |
5.237 |
13,2 |
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1991 – 1995 |
1.630 |
4,1 |
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1996 – 2000 |
2.023 |
5,1 |
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2001 – 2004 |
1.061 |
2,6 |
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2005 und später |
237 |
0,6 |
Quelle: StatBA, Bautätigkeit und Wohnungen, Mikrozensus - Zusatzerhebung 2006, Bestand und Struktur der Wohneinheiten, Wohnsituation der Haushalte
Zusatzinformation zur Zielgruppe ältere Ausländer:
Die Wohnungen von älteren Ausländern sind in der Regel nicht so gut ausgestattet wie die der gleichaltrigen Deutschen. So verfügen z. B. nur knapp 75 % der älteren Ausländer über eine Zentral- bzw. Etagenheizung. Etwas über die Hälfte kann einen Balkon oder eine Terrasse nutzen, etwa ein Viertel einen Garten. Hier sind die Werte gegenüber der Voruntersuchung rückläufig, was auf ein sinkendes Niveau der Wohnqualität bei älteren Ausländern schließen lässt. Studien belegen aber, dass sich die Wohnstandards insgesamt weiter angleichen (vgl. Tabelle 73).
Tabelle 73: Wohnausstattung nach Nationalität und Alter in % (2002) und Entwicklung seit 1999

Quelle: Özcan/Seifert (2004): Zur Lebenslage älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland – Expertise für den 5. Altenbericht der Bundesregierung im Auftrag des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Der Zustand des eigenen Hauses wird von älteren Ausländern schlechter eingeschätzt als von den gleichaltrigen Deutschen. Während etwa 73 % der Deutschen im Alter ab 65 Jahren sagen, ihr Haus befinde sich in gutem Zustand, ist dieser Anteil bei den älteren Ausländern mit 58 % deutlich geringer. Dass der Zustand ihres Wohngebäudes sogar ganz renovierungsbedürftig ist, wird von 7,7 % geäußert (1,8 % der älteren Deutschen) (vgl. Tabelle 74).
Tabelle 74: Zustand des Hauses nach Nationalität und Alter in % (2002) und Entwicklung seit 1999

Quelle: Özcan/Seifert (2004): Zur Lebenslage älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland – Expertise für den 5. Altenbericht der Bundesregierung im Auftrag des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Mehr zu diesem Thema:
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Schader-Stiftung (www.schader-stiftung.de)
Daten und Fakten zum Thema Wohnen
Informationen zur Wohnraumnachfrage
zur Entwicklung der Privathaushalte
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Oswald, F./Marx, I./Wahl, H.-W. (2006): Gerontoökologie – Barrierefreie Umwelten. Oswald, W. D./Lehr, U./Sieber, C./Kornhuber, J. (Hrsg.): Gerontologie: Medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Grundbegriffe. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Kohlhammer
