Indikator 3.8 - Wohnstandard und Barrierefreiheit

Der Indikator dient dazu, die Qualität der Wohnraumversorgung in den Stadtteilen einzuschätzen. Aufgrund der Tatsache, dass ältere Menschen häufig in alten, nicht modernisierten Wohnungen/Häusern leben und andererseits eine moderne Ausstattung (z. B. Aufzug) für das selbstständige Wohnen im Alter eine Grundvoraussetzung ist, gewinnt dieser Indikator an Bedeutung.

Eine zukunftsfähige Ortsentwicklung erfordert neben der Steigerung der Attraktivität des Wohnumfelds insbesondere die Sicherstellung von altengerechtem bzw. barrierefreiem Wohnraum in integrierten, zentralen Lagen. Dabei sollen die besonderen Erfordernisse und Bedürfnisse der älteren Bewohner berücksichtigt werden. Eine objektiv gute Wohnqualität fördert das Wohlbefinden der Bürger und trägt zugleich zur Erhaltung von Selbstständigkeit bis ins sehr hohe Alter bei.

bis Das Alter der Wohngebäude ist wichtig, da sich aus dem Baujahr Aspekte der Wohnausstattung und somit der Wohnqualität ableiten lassen. Geht man davon aus, dass die Mehrzahl der Bürger über 60 Jahre mindestens seit 30 Jahren nicht mehr umgezogen ist, lässt sich daraus schlussfolgern, dass auch die Mehrheit in Wohngebäuden aus den 70er Jahren und älter wohnt. Gebäude dieser Zeit verfügen eher selten über Fahrstühle und barrierefreie Eingänge, außerdem sind die Zuschnitte der Wohnungen meist eng, so dass in der Regel größere Eingriffe erforderlich sind, um die Wohnungen barrierefrei umzugestalten. Fast 60 % aller Wohnungen in Deutschland sind in der Zeit zwischen 1919 und 1978 entstanden; diese werden zum großen Teil auch von älteren Bürgern bewohnt.

Um einen genauen Überblick über die Wohnsituation in der Kommune zu erhalten, können für die Erfassung beispielsweise folgende Punkte herangezogen werden:

  • Seniorenhaushalte insgesamt
  • barrierefrei/-arme Wohnungen
  • Alter der Wohnungen/Häuser
  • durchschnittliche Länge der Wohndauer der 65-Jährigen und älteren
  • durchschnittliche Stufenzahl zur Wohnungstür der 65-Jährigen und älteren
  • bewohnte Stockwerke der Älteren in Einfamilienhäusern
  • bewohnte Stockwerke der Älteren in Zwei- oder Mehrfamilienhäusern
  • Aufzug in Mehrfamilienhäusern vorhanden?

Mögliche Maßnahmen zur Förderung/Aufklärung der Barrierefreiheit in der kommune:

  • Beratungsstellen/Anlaufstellen für Senioren, Angehörige und Interessierte
  • Informationsveranstaltung/Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung möglicher Maßnahmen
  • Vernetzung verschiedener Akteure vor Ort (Wohnberatung, Architekten, Pflegedienste, Krankenhäuser, Seniorenvertreter, Ehrenamtliche etc.)

Mehr zu diesem Thema:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Leitfaden barrierefreies Bauen, Bericht als PDF
  • Barrierefrei bauen - Nullbarriere.de
  • Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e.V. - Förderprogramme für Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit, Bericht als PDF
  • Bundesverband für Gesundheitsinformationen und Verbraucherschutz - Info Gesundheit e.V. - Barrierefrei bauen und wohnen
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Leben und Wohnen für alle Lebensalter - Bedarfsgerecht, barrierefrei, selbstbestimmt, Bericht als PDF