Im Alter ist neben der Wohnung das unmittelbare Wohnumfeld von wachsender Bedeutung. Damit die Lebensqualität vor Ort auch im Alter erhalten bleibt, ist eine gute infrastrukturelle Versorgung erforderlich. Dazu zählt das Angebot an Nahrungsmitteln, Waren und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf wie z. B. Apotheke, Ärzte, Friseur, Bäcker usw. Die Erreichbarkeit dieser Angebote trägt zum Erhalt der Selbstständigkeit und des Wohlbefindens von alten Menschen bei.
Hauptkriterium der Versorgung mit o. g. Infrastrukturen ist die Zugänglichkeit der Angebote, d. h. ob Einrichtungen für die Grundversorgung fußläufig („Stadt der kurzen Wege“) oder mithilfe öffentlicher Verkehrsmittel leicht erreicht werden können (Zentralität).
Damit die Mobilität im Alter auch ohne die Nutzung eines eigenen Kraftfahrzeugs erhalten bleibt, ist ein entsprechend engmaschiges Haltestellen-Netz im ÖPNV Voraussetzung. Zudem stellen Hol- und Bringdienste (z. B. von Apotheken und Einzelhandel) eine sinnvolle Ergänzung zur Sicherung der Grundversorgung mobilitätseingeschränkter Personen dar.
Folgende Einrichtungen und Leistungen sollten im Wohnumfeld gut erreichbar sein:
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Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten Grundbedarf: Lebensmittelhändler sowie Bäcker und Metzger, Drogerie, Schreibwaren/Zeitungen, Apotheke
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Serviceangebote: Bushaltestelle des ÖPNV (alle 500 m), Friseur, Post/Briefkasten, Bank, Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen
Die Gesamtanzahl an Apotheken in Deutschland schwankt zwischen 2000 und 2010 um 1,4 % um einen rechnerischen Mittelwert von 21.453. 2010 kamen auf jede Apotheke 3.800 Einwohner, das entspricht dem Niveau von 2000 (vgl. Tabelle 60). Folglich zeichnet sich diesbezüglich insgesamt keine Unterversorgung ab, jedoch sollte wiederum jedes Quartier einzeln betrachtet werden.
Tabelle 60: Entwicklung der Apothekenzahl/Einwohnerzahl je Apotheke (jeweils 31.12.)
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2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
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Apothekenzahl inkl. Filialen |
21.592 |
21.592 |
21.465 |
21.305 |
21.392 |
21.476 |
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Neugründungen |
187 |
186 |
140 |
122 |
343 |
326 |
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Schließungen |
185 |
209 |
244 |
282 |
256 |
242 |
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Zu-/Abnahme |
2 |
-23 |
-104 |
-160 |
87 |
84 |
|
Einwohner je Apotheke |
3.800 |
3.810 |
3.840 |
3.875 |
3.858 |
3.842 |
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2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
2010 |
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Apothekenzahl inkl. Filialen |
21.551 |
21.570 |
21.602 |
21.548 |
21.441 |
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Neugründungen |
346 |
370 |
360 |
298 |
263 |
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Schließungen |
271 |
351 |
328 |
352 |
370 |
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Zu-/Abnahme |
75 |
19 |
32 |
-54 |
-107 |
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Einwohner je Apotheke |
3.820 |
3.812 |
3.796 |
3.796 |
3.800 |
Quelle: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, www.abda.de/zdf.html
Über die infrastrukturelle Versorgung im nahen Wohnumfeld gibt es keine geeigneten Ergebnisse aus Studien, die in diesem Zusammenhang verwertbar wären, da hierbei sehr spezifische Bedingungen im Quartier zu berücksichtigen sind.
Jedoch gilt die genauere Betrachtung der vorhandenen Infrastruktur im Quartier als ein wesentlicher Baustein im Rahmen von Planungsprozessen.
Mehr zu diesem Thema:
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Mollenkopf, H./Wahl, H. W.: Heidelberg 2002 – Wohnwünsche und Wohnwirklichkeiten, Bericht als PDF
