Indikator 3.10
Sicherheit – Präventive Maßnahmen
und subjektive Sicherheit

Angst kann zu Einschränkungen führen, insbesondere zur Meidung bestimmter, als gefährlich eingestufter Orte. Dies trifft sowohl für Wohnquartiere insgesamt als auch für bestimmte Aufenthaltsorte in der Kommune zu. Darüber hinaus werden bestimmte Verkehrsmittel – zumindest ohne Begleitung und/oder zu bestimmten Tageszeiten – gemieden, wenn das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste beeinträchtigt ist.

Gerade für Senioren ist es wichtig, dass sie ihr Leben ohne Ängste und sicher gestalten können. Es ist z. B. dafür Sorge zu tragen, dass Straßen und Plätze in der Dunkelheit angemessen beleuchtet werden. Dazu gehört auch, dass zugeparkte Geh- und Radwege regelmäßig kontrolliert werden, um die Mobilität nicht einzuschränken. Des Weiteren trägt die Präsenz von Ordnungskräften, z. B. Polizei, dazu bei, dass das Sicherheitsgefühl im Stadtteil erhöht wird.

Vorträge und Gespräche von und mit speziellen Seniorenberatern zu Themen der persönlichen Sicherheit können zudem das individuelle Sicherheitsgefühl erhöhen. Eine solche Beratung kann auch im Zuge spezieller Trainings für ältere Menschen zum Thema „Sicheres Verhalten im Straßenverkehr“ stattfinden.

Auskünfte über ihr Sicherheitsempfinden können Senioren im Rahmen von Befragungen selbst geben. Diese (subjektive) Einschätzung von Bewohnern trägt neben den offiziellen Zahlen zur Kriminalität in einzelnen Quartieren dazu bei, sich einen Gesamteindruck der Situation vor Ort zu verschaffen.

bis Generell nimmt die Angst vor Kriminalität in der Gesamtbevölkerung seit Jahren ab, allerdings steigt die Furcht vor Kriminalität mit zunehmendem Alter kontinuierlich an.

bis Im Allgemeinen hat die Zufriedenheit in der Bevölkerung mit der öffentlichen Sicherheit und der Bekämpfung von Kriminalität deutlich zugenommen.

bis Insgesamt gab es im Jahr 2013 955.737 Straftaten mit Opfererfassung. 6 % aller versuchten und vollendeten Straftaten wurde an Personen begangen, die 60 Jahre oder älter waren. Allein über 500.000 Opfer von Körperverletzungen sind zu beklagen, wobei hier ältere Menschen ab 60 Jahren verhältnismäßig selten als Opfer betroffen sind. Ausnahmen bildet dagegen vollendeter Mord und Totschlag, denn bei rund einem Viertel aller vollendeten Mord- und Todschlagdelikte sind Senioren betroffen. 

bis Bei Mord- oder Todschlagopfern sowie Opfern von Raubüberfällen und Körperverletzungen handelt es sich zu zwei Dritteln um Männer. Eine Ausnahme bildet hingegen der Handtaschenraub, da hierbei überwiegend Frauen betroffen sind.

bis Ältere Menschen brauchen objektiv keinen Grund zu haben, sich unsicher zu fühlen. Aber allein die Angst davor, bei einem Raub dem Täter ausgeliefert zu sein, gedemütigt zu werden und möglicherweise auch noch verletzt zu werden, sowie die oftmals fehlende Zivilcourage in der Bevölkerung führen dazu, dass die Kriminalitätsfurcht bei alten Menschen trotzdem am höchsten ist. Damit stehen diese Aussagen zwar im absoluten Gegensatz zur offiziellen Kriminalstatistik, dürfen aber aus Sicht der Kommunalpolitik nicht unberücksichtigt bleiben.

Handlungsempfehlungen:

  • Ausreichende Beleuchtung auf den Straßen und auf öffentlichen Plätzen
  • Informationsveranstaltungen/Broschüren zu Sicherheitsmaßnahmen im eigenen Haus/Wohnung
  • Zentrale und leicht zugängliche Beratungsmöglichkeiten schaffen
  • gezieltes Ansprechen von Senioren

Mehr zu diesem Thema:

  • Bundeskriminalamt (2014): Polizeiliche Kriminalstatistik 2013, Bericht als PDF
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012): Kriminalitäts- und Gewalterfahrung im Leben älterer Menschen, Bericht als PDF
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012): Sicher leben im Alter - Ein Aktionsprogramm zur Prävention von Kriminalität und Gewalt gegenüber alten und pflegebedürftigen Menschen, Bericht als PDF