PARTIZIPATION UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Angesichts der zunehmenden zeitlichen Ausdehnung der Lebensphase „Alter“ und einer wachsenden Zahl der Gruppe der sogenannten „jungen Alten“ ist insbesondere die vorhandene freie Zeit älterer Menschen und ihre sinnstiftende Ausfüllung – sowohl in individueller als auch in gesellschaftlicher Perspektive – zu einer neuen Herausforderung für diese Altersgruppe wie für die Gesellschaft insgesamt geworden. Auf kommunaler Ebene ist vielerorts das sich bietende Potenzial noch zu wenig erkannt.

Die effektive Nutzbarmachung sowie die Nutzung der umfangreichen Ressourcen insbesondere „jüngerer Alter“ wird heute als ein wesentlicher Eigenbeitrag der Älteren zur „Lösung“ demografiebedingter Probleme bezeichnet. Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des sozialen oder politischen bürgerschaftlichen Engagements neue sogenannte „produktive“ Altersrollen geschaffen, z. B. in Seniorenbüros, Seniorengenossenschaften, Selbsthilfeorganisationen und dergleichen. Bisher werden auf diesem Weg nur wenige Interessenten erreicht, die sich durchaus mehr engagieren könnten und auch möchten. Es wird vermutet, dass der Bedarf wesentlich höher ist als das vorhandene Angebot, vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen im kommunalen Umfeld.
Dem ist hinzuzufügen, dass die meisten Älteren nicht an einem Rückzug aus der Gesellschaft interessiert sind. Ein großer Teil der Älteren steht einer Fortsetzung ihres Engagements in Beruf, Wirtschaft und Gesellschaft durchaus aufgeschlossen gegenüber, wenn die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden.

Die bessere Nutzung der Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft ist auch hinsichtlich einer Verbesserung der Generationenverhältnisse von Bedeutung. Das bürgerschaftliche Engagement der älteren Bevölkerung und zugleich deren lokale Mitverantwortung werden als Beitrag zur Stabilisierung und Stärkung des gesellschaftlichen Generationenvertrags verstanden. Freiwilliges Engagement stellt folglich einen Wohlfahrtsgewinn für alle in der Kommune lebenden Generationen dar.

Die wesentliche Aufgabe der offenen Altenarbeit wird zunehmend darin bestehen, erstens einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration älterer Menschen zu leisten und zweitens die Beteiligung der Betroffenen im Sinne partizipativer Verfahren sicherzustellen.

Zusammengefasst können drei Schwerpunkte bürgerschaftlichen Engagements benannt werden, bei denen Senioren sowohl als Akteure als auch als Nutzer angesprochen sind:

  • Formen der politischen Beteiligung,
  • Hilfsdienste im weitesten Sinne,
  • Angebote in den Bereichen Bildung und Freizeitgestaltung.

bis Die Zielgruppen des durchgeführten Engagements hängt zum Großteil vom Alter der Engagierten ab. So engagieren sich Personen bis 60 Jahre häufig zum Wohl der eigenen Altersgruppe, hingegen richtet der Großteil der über 60-Jährigen ihr Engagement keiner bestimmten Personengruppe zu.

bis Die Höhe des Engagements in der Bevölkerung ist je nach Region unterschiedlich. Als Faustregel gilt: Je größer die Kommune, desto niedriger der Anteil der Personen, die sich bürgerschaftlich engagieren.