Indikator 2.3
Politische Partizipation

Seniorenbeirat

Das Potenzial für politisches Engagement Älterer ergibt sich aus dem Anteil Älterer, die an politischen Partizipationsprozessen innerhalb der Kommune beteiligt sind.

Ein gutes Beispiel für politische Partizipation Älterer ist die Mitarbeit in einem Seniorenbeirat. Ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, die Interessen der Älteren  zu vertreten. 

Seniorenbeiräte sollen bei kommunalen Planungen mitwirken, seniorenpolitische Informationen an Politik, Verwaltung und seniorenpolitische Akteure weiter leiten, älterer Menschen beraten sowie Öffentlichkeitsarbeit für ältere Menschen zu betreiben.

Die Teilnehmer eines Seniorenbeirats werden in der Regel alle vier bis fünf Jahre von den über 60-jährigen Einwohnern einer Gemeinde gewählt. Die Größe des Beirats berechnet sich in der Regel nach einem festgesetzten Schlüssel. Vertreter des Seniorenbeirats dürfen an Sitzungen der Kommune teilnehmen und besitzen mindestens ein Anhörungsrecht. Es ist sinnvoll, sich eine eigene Satzung zu geben.

Zur Vermeidung von sozialem Ausschluss sollten bei der Zusammensetzung eines Seniorenbeirats die Interessen möglichst aller Gruppen Älterer einbezogen werden, wie z. B. die Hochaltrigen, einkommensschwache Ältere, Ältere mit Migrationshintergrund und ältere Alleinlebende.

Ein Seniorenbeirat kann eine Bereicherung für die politische Arbeit sein, um die kommunalen Quartiere seniorengerecht zu gestalten. Daher sollte eine Gemeinde die Einrichtung eines Seniorenbeirats verstärkt fördern und Ältere dazu motivieren, sich aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen.

Bindung an Interessengruppen und politische Parteien

Die Mitgliedschaft in Interessengruppen und politischen Parteien ist ein weiterer Indikator für die Integration der Menschen in den politischen Prozess. Interessengruppen setzen sich auf verschiedenen Wegen für die Anliegen ihrer Mitglieder*Innen ein, zum Beispiel durch das Einwirken auf Parteien und Behörden oder die Öffentlichkeit im Allgemeinen.

Mitgliedschaften in Interessengruppen und politischen Parteien zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie in der Regel langfristig sind. Verliert die Mitgliedschaft an Attraktivität, so ist dies zunächst ein Warnsignal für die jeweilige Organisation. Geschieht dies in großem Umfang, weist es auf generelle Probleme der Interessenvermittlung in einem politischen Gemeinwesen hin.

 

Wahlbeteiligung

Eine hohe Wahlbeteiligung Älterer kann als Anzeichen für ein hohes Interesse an demokratischen Prozessen und Politikgeschehen bewertet werden. Angesichts dieser größer werdenden Bevölkerungsgruppe erhält die Wahlbeteiligung der Senior*Innen auch auf kommunaler Ebene eine mitunter wahlentscheidende Bedeutung. Dieser Aspekt unterstreicht zudem die Wichtigkeit der Beteiligung von Senior*Innen und Seniorenplanung.

bis Die Ergebnisse der letzten Wahlen belegen, das die Wahlbeteiligung der 60- bis 69-Jährigen Bürger im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und insbesondere gegenüber jungen Menschen unter 25 Jahren eindeutig am höchsten ist. Auch die über 70-Jährigen gehen überdurchschnittlich zur Wahl, hingegen die jungen Menschen (unter 30-Jährigen) seit 1987 durchgängig unterrepräsentiert in der Wahlstatistik auftauchen.

Formen politischer Partizipation

  • Wahlen
  • Unterschriftenaktionen
  • Demonstrationen/Versammlungen
  • Abstimmungsplattformen im Internet
  • Engagement in Umwelt- Menschenrechts- oder Selbsthilfegruppen
  • Leserbriefe in der Zeitung
  • Briefe/E-Mails an Abgeordnete oder die persönliche Sprechstunde aufsuchen
  • Mitgliedschaft in Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen

bis Politische Beteiligung kann viele Formen haben. Sie setzt politische Urteilsfähigkeit voraus und erfordert die Bereitschaft, sich für das Gemeinwesen mitverantwortlich zu fühlen.

bis Allerdings nehmen sozial benachteiligte Menschen seltener am politischen Geschehen teil und sind weniger bürgerschaftlich engagiert als der Bevölkerungsdurchschnitt. Deshalb ist auch hier die Analyse von Quartiersdaten eine wichtige Voraussetzung, um die Lebenslagen von sozial und ökonomisch Benachteiligten zu verbessern.

 

Mehr zu diesem Thema: