Indikator 5.8 E
Krankenhäuser, Kur- und Rehabilitationseinrichtungen

Bei diesem Indikator geht es um die Erfassung der Strukturen stationärer Gesundheitsangebote wie Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen und palliativmedizinische Einrichtungen. Zur Gewährleistung einer ortsnahen medizinisch-stationären Grundversorgung ist es für jede Kommune bzw. die Kreise von großer Bedeutung, für die Bürger ein eigenes Krankenhaus anbieten zu können, auch wenn der Kostendruck auf die unterschiedlichen Träger weiter ansteigt und daher nicht alle medizinischen Fachbereiche aufrechterhalten werden können.

Definition Krankenhäuser

Die Aufgabe eines modernen Krankenhauses besteht darin, Dienstleistungsanbieter im Gesundheitswesen zu sein und den kranken, leidenden und hilfesuchenden Menschen Diagnostik, Therapie und Pflege zum Zwecke der medizinischen Rehabilitation anzubieten. Diese Tätigkeit wird als Krankenhausbehandlung bezeichnet und umfasst die Bereiche Notfallbehandlung, vollstationäre und teilstationäre Behandlungen, vorstationäre und nachstationäre Behandlungen sowie ambulante Behandlung. Rechtlich wird in Deutschland unter einem Krankenhaus ein Betrieb im Sinne des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) verstanden, in dem die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können.

Definition Rehabilitationseinrichtung

In Rehabilitationseinrichtungen wird durch den Einsatz und die Wirkung verschiedener Maßnahmen versucht, die Folgen eines körperlichen, psychischen und sozialen Schadens der Gesundheit, welcher die Teilhabe oder die Erwerbsfähigkeit einer Person bedroht, zu beseitigen oder zu mildern, um die Wiedereingliederung in den Alltag oder das berufliche Leben zu ermöglichen.

Gesetzliche Grundlagen für die Rehabilitation sind das Sozialgesetzbuch SGB IX „Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen“, SGB V (gesetzliche Krankenversicherung), SGB VI (Rentenversicherung), SGB VII (Unfallversicherung), SGB XII (Sozialhilfe: Eingliederungshilfe), SGB II und III (Bundesagentur für Arbeit) sowie das BVersG (Versorgungsverwaltung).

Es gibt sieben für Rehabilitationsleistungen zuständige Träger: die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Rentenversicherung DRV, die gesetzlichen Krankenkassen, die gesetzliche Unfallversicherung, die Träger der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge, die Träger der öffentlichen Jugendhilfe und die Träger der Sozialhilfe.

Sollte sich bei der Bestandsanalyse herausstellen, dass sich laut Angaben der Träger manche Klinikbereiche nicht länger rentieren, gilt es gemeinsam zu erkunden, ob Teile der Einrichtung sowie des Personals nicht umstrukturiert bzw. umfunktioniert werden können, z. B. in ambulante Tagespflegeeinrichtungen. Die notwendige Infrastruktur (sanitäre Einrichtungen, Küche) ist in der Regel vorhanden, sodass hier keine unmittelbaren Umbaukosten entstehen.

Da ältere Bürger über weite Entfernungen möglicherweise nicht mobil sind, sollte darüber hinaus ein umfassendes ortsnahes akutmedizinisches Pflegeangebot aufrechterhalten werden, damit insbesondere alte Menschen im Krankheitsfall nicht an entfernte Kliniken verwiesen werden müssen.

Krankenhäuser

bisEnde 2013 gab es in Deutschland insgesamt 1.996 Krankenhäuser, von denen 1.668 (83,6 %) allgemeine Krankenhäuser[1] waren. Die meisten dieser Krankenhäuser befinden sich in freigemeinnütziger Trägerschaft (35,4 %), 34,8 % gehören öffentlichen Trägern und 29,9 % sind in privater Hand.

bisDie durchschnittliche Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern beträgt 7,5 Tage und liegt damit geringfügig unter dem Wert von 2012. Die Verweildauer ist insbesondere bei den Häusern in öffentlicher und privater Trägerschaft gesunken.

bisDie Anzahl der Krankenhäuser sinkt seit einigen Jahren kontinuierlich. Zwischen 2009 und 2013 hat die Anzahl um 4,4 % abgenommen. Die Anzahl der Krankenhausbetten ist auch leicht gesunken. Diese Trends werden sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Während 2001 noch über 80 % der vorhandenen Betten ausgelastet waren, war dies 2013 - trotz des Abbaus - nur noch bei 77,3 % der Betten der Fall.

bisDie durchschnittliche Bettendichte in den Krankenhäusern liegt im Bundesgebiet bei 6,8  Betten je 1.000 Einwohner. Die meisten Betten gibt es in Bremen (7,9), die wenigsten in Niedersachsen und Baden-Württemberg (5,4).

bisDer Rückgang der Patientenzahlen wird auch deutlich anhand der Anzahl der Belegungstage. Zwischen 2009 und 2013 ist diese von 142,4 Mio. auf 141 Mio. Tage zurückgegangen.

Vorsorge- und Reha-Einrichtungen

bis 2012 gab es insgesamt 1.212 Einrichtungen; Ein Rückgang ist bei privaten Einrichtungsträgern zu verzeichnen, von denen die Mehrheit (54,4 %) der Reha-Einrichtungen geführt wird; gut ein Viertel befindet sich in freigemeinnütziger Trägerschaft und 19,1 % in öffentlicher Hand.

Die Anzahl der Pflegetage liegt entgegen allen anderen rückläufigen Tendenzen konstant bei 25,5 Tagen.

Die Bettenanzahl liegt bei 169.000 und der Auslastungsgrad der Reha-Betten lag 2012 bei 81 % (81,7 % 2009)

Einrichtungen der Palliativmedizin

Palliativmedizin hat das Ziel, einem Patienten mithilfe von schmerzlindernden Maßnahmen ein beschwerdefreies (z. B. schmerzfreies) Dasein zu ermöglichen und damit die Lebensqualität und das Befinden zu verbessern.

Nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“.

Palliativmedizin sollte nicht auf Palliativstationen und Hospize beschränkt bleiben. In der ambulanten und stationären Versorgung engagieren sich Ärzte, Pflegekräfte und viele Ehrenamtliche in der Betreuung von schwerkranken Patienten mit unheilbaren Erkrankungen.

Die Aufgabe der Kommune ist es, sich den sich bietenden Möglichkeiten und Herausforderungen der Palliativmedizin stärker zu stellen, und zwar durch die Schaffung entsprechender Strukturen wie Vernetzung, Kooperation oder Teambildung, sodass eine palliativmedizinische Betreuung möglich wird.


Mehr zu diesem Thema:

 


[1]  Außerdem gibt es beispielsweise Unfallkrankenhäuser, Kinderkliniken, Frauenkliniken usw.