Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad bzw. der beruflichen Stellung und der Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement. Von daher sollten der Bildungsstand und die letzte berufliche Stellung der älteren Bürger bei der Planung einbezogen werden, um das Potenzial dieser gut ausgebildeten Bevölkerungsgruppe für das Gemeinwohl zu nutzen (Mögliche Fragekategorien zur Ermittlung von Schulabschluss, Ausbildung und letzter Stellung im Beruf sind in der Arbeitshilfe (Teil 3) aufgeführt).
Höhere Bildung sowie eine entsprechend aktivere gesellschaftliche Beteiligung wirken präventiv und fördern die Fähigkeit, die sich im Alter herausbildenden Beeinträchtigungen tendenziell zu kompensieren (hierzu Schneekloth/Wahl 2005).
43 % aller 50- bis 60-Jährigen gab 2007 an, einen Volksschulabschluss als höchsten allgemeinen Bildungsabschluss zu besitzen. 22 % dieser Altersgruppe haben die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. In der Altersgruppe der 60-Jährigen und Älteren hatten lediglich 13 % die Hochschulreife erworben, jedoch annähernd zwei Drittel einen Volksschulabschluss. In den kommenden Jahren wird der Anteil an Senioren mit höheren Bildungsabschlüssen steigen (vgl. Tabelle 22).
Tabelle 22: Allgemeinbildender Schulabschluss der Bevölkerung nach Alter (in 1000) in %* (2007)

Quelle: StatBA, Datenreport 2008 (Ergebnisse des Mikrozensus)
Die Ergebnisse zum beruflichen Bildungsabschluss ähneln denen des allgemeinen Schulabschlusses: Der überwiegende Anteil vor allem der älteren Senioren hat eine Lehre absolviert. Lediglich 15,6 % der 50- bis 59-Jährigen bzw. 9,6 % der über 60-Jährigen verfügen über einen akademischen Abschluss (vgl. Tabelle 23).
Tabelle 23: Beruflicher Bildungsabschluss der Bevölkerung (in 1000) in % (2009)
Quelle: StatBA, Bildungsstand der Bevölkerung
Die folgende Tabelle 24 zeigt, in welcher letzten bzw. aktuellen beruflichen Stellung die Bürger ab 65 Jahre in den alten und neuen Bundesländern tätig waren/sind: Die meisten über 65-jährigen Männer sind bzw. waren beruflich bis zuletzt als Arbeiter beschäftigt. Frauen derselben Altersgruppe dagegen sind bzw. waren bis zur Verrentung mehrheitlich in einem Angestelltenverhältnis tätig.
Tabelle 24: Bevölkerung nach der letzten/aktuellen beruflichen Stellung (Personen ab 65 Jahren [ohne Heimbewohner]) alte und neue Länder (2007)*

Quelle: TNS Infratest Sozialforschung, Alterssicherung in Deutschland 2007
Die älteren Bürger ausländischer Bevölkerungsgruppen sind häufig schulisch sowie beruflich schlechter ausgebildet als gleichaltrige Deutsche, wobei deutliche Bildungsunterschiede unter den verschiedenen Nationalitätengruppen bestehen. So verfügen Senioren mit türkischer Staatsangehörigkeit überdurchschnittlich häufig über keinerlei Schul- oder Berufsabschlüsse, wogegen z. B. der Anteil der Abiturienten unter den Senioren aus Italien oder dem ehemaligen Jugoslawien fast genauso hoch ist wie der der gleichaltrigen Deutschen. Die Tendenzen der vergangenen Jahre deuten bei allen Gruppen mehr oder weniger eindeutig in Richtung eines höheren Bildungsniveaus. Hierauf ist bei der Angebotsplanung zu achten (vgl. Tabelle 25, Tabelle 26).
Tabelle 25: Schulischer Bildungsabschluss nach Nationalität und Alter (Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinne 2009 in 1.000)

Quelle: StatBA, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund - Ergebnisse des Mikrozensus 2009
Tabelle 26: Beruflicher Bildungsabschluss nach Nationalität und Alter (Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinne 2009 in 1.000)

Quelle: StatBA, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2009
Mehr zu diesem Thema:
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Schneekloth, U./Wahl, H. W. (Hrsg.): Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in privaten Haushalten (MuG III), Bericht als PDF (S. 55ff)
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Wohlfahrtssurvey 2001, Zeitreihendaten 1978–1998, Kap. Bildung, Bericht als PDF
