Indikator 1.6 - Einkommen, Ausgaben, Sozialhilfe und Altersarmut

Dieser Indikator dient dazu, Aussagen über die finanzielle Situation älterer Menschen treffen zu können. Daraus können Schlüsse über Altersarmut oder auch Kaufkraftpotenzial Älterer gezogen werden.

Mit dem Renteneintritt ist meist ein sinkendes Einkommen verbunden. Gerade bei älteren Menschen bedeutet ein niedriges Einkommen aber nicht automatisch Altersarmut, da häufig bedeutende Vermögenswerte und Immobilienbesitz vorhanden ist.

Einkommen unterscheidet sich regional, kommunal und meist auch zwischen den einzelnen Quartieren einer Kommune. Ebenso auch immer noch zwischen den Geschlechtern, was sich auch auf das Armutsrisiko im Alter auswirkt. Auch können sich die Lebenshaltungskosten (z. B. Mietkosten) regional, kommunal und auch zwischen den Quartieren erheblich unterscheiden.

Ökonomische Problemlösungsmöglichkeiten (z. B. Minijob, Erbschaften) reduzieren sich mit zunehmendem Alter und gesundheitliche Veränderungen können zu steigenden Lebenshaltungskosten (z. B. Hilfe zur Pflege, Wohnungsumbau, Dienstleistungen im Haushalt) führen.

Altersarmut ist bereits deutlich gestiegen und wird auch künftig deutlich steigen, was auch u. a. zu einer gestiegenen Erwerbstätigkeit Älterer geführt hat.

Sozialhilfe

Sozialhilfe in Deutschland ist eine öffentlich rechtliche Sozialleistung, die im System der sozialen Sicherheit die Funktion des untersten Auffangnetzes erfüllt. Aus dem im Grundsatz garantierten Sozialstaatsprinzip ergibt sich die Verpflichtung des Staates, einen Mindeststandard des menschenwürdigen Daseins sicherzustellen (Deckung des Grundbedarfs: Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Hausrat usw.).

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Hilfebedürftige Personen, die die Altersgrenze erreicht haben oder wegen einer bestehenden Erwerbsminderung auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Anträge sind bei der zuständigen kommunalen Behörde zu stellen.

Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

2017 bezogen 1.059.000 Menschen ab 18 Jahren Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Hiervon etwas mehr als Hälfte über 65 Jahre.

Altersarmut

Immer mehr Menschen haben keine Wohnung, steigende Mietpreise, zunehmende Gentrifizierung meist in den größeren Städten, steigende Nachfrage nach Tafelangeboten und auch sehr stark steigende private Überschuldung älterer Menschen gehen mit der zunehmenden Altersarmutsquoten einher.

Risikofaktoren für Altersarmut

  • unterbrochene Erwerbsbiografien
  • Alleinlebende
  • niedriges Einkommen
  • Migrationshintergrund
  • Geringqualifizierte
  • Nicht erwerbstätige Frauen
  • Gesundheitliche Beeinträchtigung (Krankheit, Unfälle, Sucht)
  • (Ex)Selbständige ohne finanzielle Absicherung

Bei der Erarbeitung kommunaler Ziele und Maßnahmen sind diese Risikofaktoren  bzw. Zielgruppen zu berücksichtigen.

Mehr zum Thema

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Forschungsbericht - Alterssicherung in Deutschland (2019): Bericht als PDF