Bevölkerungsentwicklung und Prognosen

Aus den Bevölkerungsprognosen lassen sich Tendenzen ableiten, wie stark sich die Folgen des demografischen Wandels auf die Kommune auswirken. Um die Werte einordnen zu können, ist es hilfreich, ihnen Vergleichszahlen aus dem jeweiligen Kreis, Bundesland oder anderen Kommunen gegenüberzustellen (hierzu: www.wegweiser-kommune.de). Aus den Ergebnissen über die künftige Altersverteilung kann die Kommune ablesen, in welchen Quartieren für wie viele Senioren Angebote vorzuhalten sind und wo mittel- bis langfristig ein höherer bzw. niedrigerer Bedarf zu erwarten ist. Auf diese Weise kann die Umsetzung von Maßnahmen in den Quartieren unterschiedlich gestartet werden.

Die Bevölkerungsentwicklung ist immer abhängig von Faktoren, die nicht vorhersehbar und damit auch nicht planbar sind. So kann es vorkommen, dass Prognosewerte am Ende zum Teil deutlich von den tatsächlichen Werten abweichen. Die Zuwanderung in den letzten Jahren führte z. B. dazu, dass die meisten Prognosen nicht zutrafen. Nichtsdestoweniger sind Bevölkerungsprognosen für die kommunale Altenplanung unerlässlich.

Laut der 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird der Anteil der unter 20-Jährigen bis zum Jahr 2060 deutlich zurückgehen: Lag der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung 2015 noch bei rund 18 %, wird er 2060 16 % betragen.

Der Bevölkerungsanteil aller 20- bis 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird von 61 % (2015) bis auf 51 % im Jahr 2060 zurückgehen.

Die Zahl der über 65-Jährigen wird in den kommenden Jahrzehnten von zwei Faktoren beeinflusst werden: zum einen von den starken Jahrgängen, die nach 2020 ins Rentenalter hineinwachsen, zum anderen von der steigenden Lebenserwartung, die für ein langsameres Schrumpfen der Bevölkerung in höheren Altersstufen sorgt.

Die durchschnittliche Lebenserwartung wird in Industrieländern weiter steigen. Doch es bleibt noch eine absehbar Herausforderung, die unterschiedlichen Gesundheits- und Sterblichkeitschancen der Menschen anzugleichen. Sozialstatus und Bildungsniveau sind die wichtigsten Stellgrößen, um gesundheitliche Ungleichheiten und damit das Risiko, vorzeitig zu sterben, zu verringern.