Indikator 1.10 E - Einkommensstruktur

Dieser Indikator dient dazu, Aussagen über die Einkommenssituation der älteren Bürger der Stadt treffen zu können. Daraus können Schlüsse über das Kaufkraftpotenzial der Senioren gezogen werden, z. B. für Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungs- und Freizeitangebote. Gleichzeitig kann das verfügbare Einkommen Anhaltspunkte dazu liefern, inwieweit Senioren in der Lage sind, bei Pflege- und Versorgungsbedarf entsprechende Leistungen einzukaufen.

bis Laut einer in NRW durchgeführten Studie leben 80 % der älteren Menschen zwischen 55 und 80 Jahren in einer finanziell guten bis sehr guten Einkommenssituation (MfGSFF NRW, 2003). Demnach stehen einem einzelnen Haushalt durchschnittlich 2.550 € netto im Monat zur Verfügung. Dies ist als Beleg für ein gutes Kaufkraftpotenzial ältere Mitbürger zu betrachten. 

bis Im Jahr 2002 betrug das durchschnittliche verfügbare bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Haushaltseinkommen pro Monat 1.383 € (SOEP, DIW, 2004), Einpersonenhaushalte ohne Kinder hatten 1.339 € zur Verfügung, Zweipersonenhaushalte ohne Kinder 1.582 €. 

bis Differenziert nach sozialen Gruppen unterscheidet sich das Haushaltsnettoeinkommen wie folgt: Haushalte von Sozialhilfeempfängern verfügen über das geringste Nettoeinkommen, gefolgt von den Arbeitslosenhaushalten. Rentner- und Pensionärhaushalte finden sich hinsichtlich ihres verfügbaren Nettoeinkommens im Mittelfeld. Haushalte, in denen der Haushaltsvorstand sich selbstständig gemacht hat, schneiden diesbezüglich am besten ab.

Tabelle 27: Haushaltsnettoeinkommen je Verbrauchereinheit nach sozialen Gruppen, 2006

 

in €/Jahr

Sozialhilfehaushalte

13.800

Arbeitslosenhaushalte

18.100

Arbeiterhaushalte

30.800

Rentnerhaushalte

20.900

Pensionärshaushalte

28.600

Angestelltenhaushalte

38.700

Beamtenhaushalte

43.100

Selbstständigenhaushalte

99.900

Quelle: StatBA, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Einkommensverteilung nach Haushaltsgruppen und Einkommensarten, Ausgabe 2006

bis Differenziert nach Altersgruppen wird deutlich, dass Senioren in den höheren Altersgruppen über weit weniger Einkommen verfügen als die restliche Bevölkerung. Fast ein Drittel der über 70-Jährigen erhält monatlich zwischen 1.020 und 1.530 €, ein Viertel muss sogar mit weniger als 1.020 € auskommen (vgl. Tabelle 28).

Tabelle 28: Monatliches Haushaltsnettoeinkommen insgesamt und nach ausgewählten Einkommens- und Altersgruppen in % (2000)

Haushaltsnettoeinkommen pro Monat

Gesamt

(alle über 14 Jahre)

50–59

Jahre

60–69

Jahre

70 Jahre

und älter

 

in %

unter 1.020 €

11,7

9,2

12,7

25,2

1.020 bis unter 1.530 €

19,6

17,7

25,0

30,5

1.530 bis unter 2.045 €

23,4

23,1

27,1

21,8

2.045 bis unter 2.555 €

16,1

15,6

14,1

9,8

2.555 € und mehr

29,1

34,4

21,1

12,7


Quelle: Allensbacher Werbeträger-Analyse (AWA) 2000, zitiert nach G+J Branchenbild Nr. 43: Senioren, 2000: 84; Einkommensgruppen in € umgerechnet und gerundet – in: IAT (2004): Produkte und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter – Expertise für den 5. Altenbericht

Tabelle 28a: Durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen nach Altersgruppen

Alter des/der Haupteinkommensbeziehers/in

Je Haushalt und Monat in €

Unter 25

1.607

25 – 34

2.611

35 – 44

3.439

45 – 54

3.377

55 – 64

2.993

65 – 69

2.551

70 – 79

2.484

80 +

2.285

Quelle: StatBA, Fachserie 15 Heft 4, Wirtschaftsrechnungen, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte, Ausgabe 2008

bis Das monatliche Nettoeinkommen von Frauen und Männern ab 65 Jahren liegt in den alten Ländern weiterhin über dem der Senioren in den neuen Ländern. Sowohl im Westen als auch im Osten sind verheiratete Männer finanziell am besten und geschiedene Frauen am schlechtesten gestellt, wobei das Nettoeinkommen der Senioren aus den neuen Bundesländern – bis auf die Gruppe der Ledigen – in der Regel niedriger ist als das der Westdeutschen (vgl. Tabelle 29).

Tabelle 29: Nettoeinkommen im Alter ab 65 Jahre nach Geschlecht und Familienstand in €/Monat in West- und Ostdeutschland, 2007

Familienstand

Männer

Frauen

 

West

Ost

West

Ost

Ehepaare *

2.351

1.937

2.317

1.915

Alleinstehende

1.568

1.188

1.201

1.152

davon:

 

 

 

 

Verwitwete

1.697

1.316

1.218

1.244

Geschiedene**

1.419

1.032

1.051

879

Ledige

1.457

965

1.237

929

*   Ehemann ab 65 Jahre

** einschließlich getrennt lebender Ehemänner

Quelle: ASID 2007

bis Alleinlebende sowohl unter als auch über 65 Jahre sind verhältnismäßig häufiger von Armut betroffen als Senioren, die in Zweipersonenhaushalten leben. Am stärksten sind ältere alleinlebende Frauen im Alter von 75 Jahren und darüber betroffen, deren Einkommen um 28 % unter dem durchschnittlich verfügbaren Jahreseinkommen liegt (vgl. Tabelle 30).

Tabelle 30: Einkommen und Einkommensposition nach Haushaltstypen, 2002

Haushaltstyp

Personen

in Mio.

Anteil

 in %

durchschnittlich

verfügbares

Jahreseinkommen* in €

relative

Einkommens-position

Alleinlebende im Alter von …

unter 65 Jahren

9.170

11,23

18.703

91,6

65 bis 74 Jahren

2.397

2,94

16.127

79,0

davon Frauen

1.906

2,33

15.400

75,4

75 Jahren und älter

3.197

3,92

15.288

74,9

davon Frauen

2.778

3,40

14.711

72,1

Zweipersonenhaushalte, älteste Person …

unter 65 Jahre

12.936

15,84

25.086

122,8

65 bis 74 Jahre

5.819

7,13

19.953

97,7

75 Jahre und älter

2.925

3,58

21.407

104,9

 

 

 

 

 

Familien mit Kindern unter 17 Jahren

31.903

39,07

18.409

90,2

sonstige Haushalte …

ohne Kinder

10.203

12,50

24.409

119,6

mit Rentnern, 65–74 Jahre

1.657

2,03

21.085

103,3

mit Rentnern, 74 Jahre und älter

1.438

1,76

23.266

114,0

Gesamt

81.650

100,0

20.415

100,0

* Vorjahreseinkommen (einschließlich des Mietwerts selbst genutzten Eigentums), äquivalenzgewichtet

Quelle: SOEP 2002, Berechnungen des DIW Berlin, Beträge gerundet – in: IAT (2004): Produkte und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter – Expertise für den 5. Altenbericht

Tabelle 30a: Durchschnittlich verfügbares Monatseinkommen nach Haushaltstypen, 2008

Haushaltstyp

Durchschnittlich verfügbares Monatseinkommen in €

Alleinlebende im Alter von …

55 – 64

1.663

Darunter Frauen

1.581

65 – 69

1.641

Darunter Frauen

1.577

70 – 79

1.748

Darunter Frauen

1.657

80 +

1.767

Darunter Frauen

1.575

Paare ohne Kind nach dem Alter der Haupteinkommensbezieher und bezieherinnen von …

55 – 64

3.647

65 – 69

3.228

70 – 79

3.013

80 +

2.947

Haushalte von Rentnern/Rentnerinnen

Insgesamt

2.117

Alleinlebende

1.522

Darunter Frauen

1.485

Paare

2.681

Darunter ohne Kind

2.679

Sonstige Haushalte

3.177

Quelle: Quelle: StatBA, Fachserie 15 Heft 4, Wirtschaftsrechnungen, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte, Ausgabe 2008

bis Die Armutsquoten, d. h. das Risiko, von Armut betroffen zu sein, haben sich sowohl für die gesamte Gesellschaft als auch für die Senioren im Verlauf von fünf Jahren deutlich erhöht, wobei diese Risiko in den östlichen Bundesländern erheblich höher ist (vgl. Tabelle 31).

Tabelle 31: Betroffenheit von Armut in Deutschland nach Alter in % (2001/2006)

Armutsschwelle nach EU-Definition: 60% Median

Bevölkerung insgesamt

Gesamtdeutschland

Ostdeutschland

2001

2006

2001

2006

 

Bevölkerung insgesamt

11,4

13,9

15,3

22,7

Geschlecht:

Männlich

10,8

13,1

14,9

22,6

Weiblich

12,0

14,7

15,7

22,8

Alter:

Bis 10 Jahre

15,4

16,3

20,5

30,2

11 – 20 Jahre

16,4

18,7

22,2

33,6

21 – 30 Jahre

15,8

19,2

23,0

28,5

31 – 40 Jahre

9,5

11,4

15,1

23,3

41 – 50 Jahre

8,9

14,2

14,5

28,0

51 – 60 Jahre

9,1

13,0

14,9

25,7

61 – 70 Jahre

8,7

8,9

7,2

8,7

71 Jahre und älter

9,8

11,2

7,4

7,2

Nationalität:

Deutsch

10,1

13,2

14,9

22,6

Nicht deutsch

27,5

22,8

67,0

40,2

Region:

Nord-West

10,1

12,3

-

-

Süd-West

10,7

11,7

-

-

Stadtstaaten

13,5

14,1

14,9

23,7

Ost

15,4

22,6

15,4

22,6

Gemeindegrößenklasse:

Unter 2.000 Einwohner

14,0

16,5

15,3

21,2

2.000 – 20.000 Einwohner

11,4

12,8

13,9

20,2

20.000 – 100.000 Einwohner

10,5

13,6

17,2

22,4

100.000 – 500.000 Einwohner

12,2

17,0

16,1

25,1

Über 500.000 Einwohner

10,8

12,0

14,9

23,6

Mieter-Status:

Eigentümerhaushalt

6,2

6,8

9,9

13,4

Mieterhaushalt

16,0

20,5

18,9

28,7

Quelle: StatBA, Datenreport 2008

bis Das Haushaltsnettoeinkommen von Deutschen und Nicht-Deutschen unterscheidet sich hinsichtlich des Alters. Im Durchschnitt liegt Ersteres rund 15 % über dem aller Ausländer über 65 Jahre. Das verhältnismäßig geringste Einkommen steht älteren Bürgern aus den Folgestaaten des ehemaligen Jugoslawien zur Verfügung (vgl. Tabelle 32).

Tabelle 32: Haushaltsnettoeinkommen nach Nationalität und Alter in € (2002) und Einkommenszuwachs seit 1997

Quelle: Mikrozensus (Forschungsdatenzentrum), eigene Berechnungen - in: Özcan/Seifert (2004): Gutachten für den 5. Altenbericht der Bundesregierung im Auftrag des Deutschen Zentrums für Altersfragen: Zur Lebenslage älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland

Tabelle 32a: Armutsrisikoquoten von Personen mit Migrationshintergrund im Jahr 2005

Quelle: Statistisches Bundesamt; Sonderauswertung des Mikrozensus 2005

Tabelle 32b: Haushalte nach Einkommensgruppen in % 2009

 

Quelle: StatBA, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2009; eigene Berechnung.

 

Mögliche Verknüpfungen zu anderen Indikatoren (Auswahl):

  • 1.5 B Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe
  • 2.7 E Mitgliedschaft in Vereinen, Organisationen, Parteien usw. – Nutzerstrukturen
  • 3.2 B Allgemeine Wohnstrukturdaten (Wohneigentum)
  • 5.1 B Gesundheitsförderung und Prävention
  • Themenfeld 4: Bildung und Kultur

 

Mehr zu diesem Thema:

  • MfGSFF NRW (2003): Einkommenssituation und -verwendung älterer Menschen in Nordrhein-Westfalen – Ergebnisse der Repräsentativumfrage, Bericht als PDF
  • Fachinger, Uwe (2004): Einkommensverwendung im Alter – Expertise für den 5. Altenbericht, Bericht als PDF
  • RWI (2004): Wirtschaftsfaktor ältere Migrantinnen und Migranten in Deutschland – Stand und Perspektiven – Expertise für den 5. Altenbericht, Bericht als PDF
  • TNS Infratest (2005): Alterssicherung in Deutschland 2003 (ASiD 2003) – Zusammenfassung wichtigster Untersuchungsergebnisse, Bericht als PDF
  • Statistisches Bundesamt (2005): Einkommen privater Haushalte, zur Tabelle