Indikator 1.1 Bevölkerungsstand nach Altersgruppen

Die Ergebnisse dieses Indikators sind im Grunde für alle weiteren Maßnahmen und Planungsprozesse relevant:
Anhand der Einwohnerzahl kann eine Kommune regionalen Gebietstypen bzw. Siedlungsstrukturtypen (z. B. Klein-, Mittel- und Großstadt) zugeordnet werden. Dies erleichtert z. B. den Austausch mit Gemeinden gleicher Größenordnung und/oder vergleichbarer regionaler Struktur. Wenn eine Kommune ihre Bevölkerungszahlen mit denen einer ähnlichen oder benachbarten Kommune vergleichen möchte, sollten die Werte der Statistischen Landesämter verwendet werden, da diese einheitliche Erhebungszeitpunkte haben und nur den Erstwohnsitz der Bürger berücksichtigen.  

  • Kleinstadt: < 20.000 Einwohner
  • Mittelstadt: 20.000 bis unter 100.000 Einwohner
  • Großstadt: > 100.000 Einwohner

Laut des Statistischen Bundesamtes gibt es bundesweit insgesamt 11.161 Gemeinden, davon dominieren Mittel- und Kleinstädte. In den Mittel- und Großstädten lebten 2013 58 % der Bewohner Deutschlands und in den Kleinstädten 42 %; mehr als zwei Drittel der Bevölkerung lebt in Mittel- und Klein­städten.

Bevölkerungsbestand differenziert nach Alter und Geschlecht

Ende 2013 waren über ein Viertel aller Bewohner Deutschlands 60 Jahre und älter, 5,4 % sogar 80 Jahre und älter. Die Tendenz spricht weiter für ein deutliches Ansteigen dieser Altersgruppen. Im Gegensatz dazu nimmt der Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung kontinuierlich ab.

Anhand der Informationen über die Anzahl und insbesondere die Anteile der älteren Menschen in den Stadtteilen und der Gesamtstadt, differenziert nach Altersstufen und Geschlecht, können viele andere Daten und Informationen, die im Rahmen eines Planungsprozesses ermittelt werden, in Relation gesetzt werden, um daraus für das weitere Handeln in der Kommune Schlüsse ziehen zu können.

Hierzu ein Beispiel: Die Neuansiedelung eines Altenpflegeheims sollte z. B. nicht in einem Neubaugebiet mit jungen Familien erfolgen. Ein sinnvoller Standort ist dagegen ein Stadtteil, der z. B. in den 60er Jahren als Neubaugebiet mit Eigenheimen entstanden ist und nun ein „kippender“ Stadtteil zu werden droht. Das bedeutet, dass hier ein Großteil der Wohnbevölkerung ein Alter erreicht hat, wo das Risiko zunimmt, pflegebedürftig zu werden. Bei der Ausweisung neuer Wohngebiete sollte künftig darauf geachtet werden, keine bestimmte Altersklientel zu werben, sondern für eine gute Altersdurchmischung zu sorgen, die sich langfristig als die bessere Ansiedlungsform herausstellen wird.

Altenquotient

Definition: Der Altenquotient beschreibt, wie viele Rentner auf 100 Erwerbspersonen kommen, d. h. der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird die ältere Bevölkerung im Rentenalter als Gruppe potenzieller Empfänger von Leistungen der Rentenversicherung oder anderer Alterssicherungssysteme gegenübergestellt.

Der Indikator Altenquotient gilt damit als Kennzeichen dafür, wie stark sich demografiebedingte Veränderungen in der kommunalen Bewohnerstruktur niederschlagen.

Der Altenquotient lag in Deutschland im Jahr 2015 bei 34,7 über 65-Jährigen je 100 20- bis unter 65-Jährige und ist damit weiter angestiegen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren verstärken, wenn die Babyboom-Jahrgänge (Geburtsjahrgänge etwa Ende der 1950er bis Ende der 1960er Jahre) die Altersgrenze von 65 Jahren erreichen.

2000 lag der Altenquotient bundesweit noch bei 27. Nach den Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes wird dieser bis 2060 auf 61 ansteigen.

Mithilfe des ermittelten Quotienten kann die Kommune ihr sozialpolitisches Handeln entsprechend belegen. Dabei sollten aber Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Jugendliche und junge Familien nicht außer Acht gelassen werden.
Neben dem Altenquotienten ist auch der Jugendquotient für die Planung von Bedeutung.

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