Indikatoren 4.2 und 4.4
Kulturelle Angebote und Angebote im Bereich Geselligkeit

Von Senioren wird heutzutage erwartet, dass sie, genauso wie junge Menschen, eigenverantwortlich und selbstständig am sozialen, kulturellen und technischen Fortschritt partizipieren. Das sollte auf Seiten der älteren Menschen Bildungsinteresse und Bildungsaktivität sowie den Aufbau von entsprechenden Angeboten der verschiedenen Einrichtungen für Erwachsenenbildung und kulturellen Einrichtungen bedeuten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass auch generationenübergreifende Angebote geschaffen werden, sodass ein aktiver Austausch und ein Miteinander zwischen den Generationen stattfinden kann. Viele Städte bieten bereits Kultur- und Freizeitangebote speziell für Senioren an.

Mögliche Kultur- und Freizeitangebote:

  • Treffpunkt für Jung, Alt und Familien
  • Aktuelle Kinofilme an Nachmittagsveranstaltungen zeigen
  • Exkursionen zu Museen bis kleine Gruppen, langsames Tempo, Zeit für Gespräche nehmen
  • Bildungsanagebote (Sprachkurse), Computerkurse (lernen von Online-Banking, Reisplanung im Internet, Informationssuche, Einkaufsmöglichkeiten)
  • Förderung neuer Medien, auch zum Austausch immer wichtiger bis lediglich 18 % der über 60-Jährigen nutzen das Internet
  • Persönlichkeitsbildende Angebote: Kommunikationstraining, Theatergruppen, Literaturkreise, Chor, Bewegungsförderung, Kochkurse, Prävention, ehrenamtliche Aufgabenfelder erarbeiten
  • traditionelle Seniorentreffen bis Förderung sozialer Kontakte durch Spielenachmittage, Tanzen, Feste, Vorträge und Veranstaltungen (beispielsweise zu Themen über Bewältigung des Alltags und Wohnen im Alter mit Diskussionsmöglichkeiten) 
  • Angebot von Bus-/Städtereisen, Bildungsreisen (Tagesausflüge)
  • Seniorenreisen: für jüngere Senioren mit dem Schwerpunkt Bildung und Kultur, für ältere Senioren mit dem Schwerpunkt Gesundheitsreisen oder betreute Reisen mit medizinischer und pflegerischer Betreuung

bis für alle Angebote sollte gelten, dass möglichst viele Ältere, unabhängig von deren Lebenslage angesprochen werden

Seniorentourismus:

Die Tourismusbranche ist eine der der Wachstumsbranche in der deutschen Wirtschaft. Gerade Senioren sind für dieses Wachstum verantwortlich, denn die durchschnittliche Reisehäufigkeit sowie die Reisekosten sind bei dieser Zielgruppe deutlich höher als bei anderen Altersgruppen. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg an Reisen der über 65-Jährigen um 10 %.

  • 15 % aller Reisen der deutschen Bevölkerung werden von Menschen über 64 Jahren unternommen bis mit der in Zukunft steigenden Zahl an älteren Menschen wird dieser Prozentsatz weiter ansteigen
  • das beliebteste Reiseziel der Senioren ist Deutschland bis Chance für den Deutschland-Tourismus: Reiseziele, die Senioren ansprechen (kur- oder gesundheitsorientierte Orte, kultur- landschaftsorientierte Orte) werden vom demographischen Wandel profitieren. Der Aspekt der Generationenfreundlichkeit muss dabei mit berücksichtigt werden, so dürfen Angebote nicht nur mit Blick auf die Senioren verbessert oder erstellt werden, sondern müssen auch Bedürfnisse von Familien und Kindern erfassen
  • Städtereisen sind bei Senioren am beliebtesten, vor dem Badeurlaub und Rundreisen

bis Seniorentourismus bedeutet einen Markt mit zwei Kundengruppen:

  1. Master Consumer (hohes Budget)
  2. Sparkonsumenten (geringes Budget)

Kulturelle Bildung:

Kulturelle Bildung findet heutzutage in unterschiedlichen Institutionen statt:

  • klassische Weiterbildungseinrichtungen (Volkshochschule, kirchliche Bildungseinrichtung)
  • Seniorenstudium (Universität)
  • Kultureinrichtungen (Bibliotheken, Museen, Kulturvereine und private Initiativen für Entwicklung kultureller Bildungsangebote)

Die Angebote sind ebenso vielfältig:

  • kunst- und kulturbezogene Angebote
  • Theater
  • bildende Kunst
  • Musik- und Kulturgeschichte
  • künstlerisch-kreative Angebote (Zeichnen, Malen, Theaterarbeit, Tanz Medienpraxis, musikalische Arbeit)

bis ältere Menschen sind heutzutage besser gebildet, sodass vielfältige und vermehrt anspruchsvolle Angebote geschaffen werden müssen

Für Ältere und Jüngere aus weniger bildungs-und kulturnahen Kreisen gibt es bislang kaum ansprechende Angebote, sodass diese Zielgruppe kaum erreicht wird. Hierzu zählt auch die Gruppe der Migranten und speziell die Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse.

  • mögliche Handlungen: regionale und kommunale Kulturpolitik entwickeln interkulturelle Handlungskonzepte, stärke Wahrnehmung und Beteiligung von Migrant/innen, weitere Öffnung der Bildungsträger und Kulturinstitute, Weiterbildung der Kulturplaner und Kulturpädagogen
  • mögliche Akteure: Organisation der Migrant/innen, Kunstschulen, Musikschulen, theater- und tanzpädagogische Einrichtungen, medienpädagogische Einrichtungen, Museen, Bibliotheken, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, kirchliche Träger, Kulturinstitute, Gesundheitswesen, Altenberatung, Verbände

bis kommunale Bildungseinrichtungen werden in Zukunft verstärkt zu Zentren, in denen der Austausch zwischen den Generationen stattfindet um somit die Verständigung sowie die Beziehung untereinander zu stärken

bis kommunale Bildungseinrichtungen sind zudem Förderer für Aktivitäten und Teilhabe im Alter: So können die Bildungseinrichtungen flexibel auf Themen eingehen, die sich positiv auf die Bereitschaft auswirken, sich in der kommune oder im Stadtteil zu engagieren oder Aufgaben zu übernehmen

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