Indikator 4.1 B
Allgemeine Bildungsangebote

bis Der Alterssurvey liefert mit Informationen über den Besuch von Kursen und Vorträgen ein Beispiel für die Bildungsbeteiligung von Senioren im Jahr 2002: Die Bildungsbeteiligung sinkt demnach mit dem höheren Alter. Während 9 % der 55- bis 69-Jährigen (davon Männer: 8 % und Frauen: 9 %) mindestens einmal im Monat einen Kurs oder einen Vortrag (z. B. zur Fort- oder Weiterbildung) besuchen, sind dies bei den 70- bis 85-Jährigen nur 4 % (davon Männer: 3 % und Frauen: 4 %). Hierbei liegt die Bildungsbeteiligung dieser Altersgruppen in den neuen Ländern niedriger als in den alten Ländern. Der Bereich Altersbildung interessiert demzufolge nur einen kleinen Teil der älteren Bevölkerung und spricht bei der Fort- und Weiterbildung derzeit offenbar auch nur ältere Menschen mit höherem Bildungsgrad an (vgl. Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA) (2005): Der Alterssurvey – Aktuelles auf einen Blick: Tätigkeiten und Engagement in der zweiten Lebenshälfte).

bis Die Zeitbudgeterhebung des Statistischen Bundesamtes 2001/2002 hat ergeben, dass sich sowohl die befragten 60- bis 65-Jährigen sowie die über 65-Jährigen wöchentlich etwa zwei Stunden für Bildung und Lernen Zeit nehmen (Männer: 3 Stunden, Frauen: 2 Stunden). Dies geschieht überwiegend mithilfe von Büchern und Zeitschriften (im Schnitt 55 Min./Woche), aber auch Computer und Internet sowie andere Medien wie Fernsehen, Video und Radio tragen zum Lernkonsum bei. Immerhin 20 Min./Woche lernen Senioren in Form von Treffen in (selbst-)organisierten Gruppen und sonstigen Formen des Selbstlernens, wozu beispielsweise auch die Angebote der Volkshochschule gehören (vgl. Statistisches Bundesamt 2004).

bis Volkshochschulstatistik 2009: Deutschlandweit gibt es 940 Volkshochschulen (VHS) (gegenüber 2004 17 weniger). Die VHS befinden sind zu 40 % in kommunaler Trägerschaft, bei einem knappen Drittel ist der Träger ein eingetragener Verein und 14 % werden von den Landkreisen getragen. Die Angebote finanzieren sich zu 39 % über Teilnehmergebühren, zu 27 % bzw. 13 % über Zuschüsse der Kommunen/Länder und zu 20 % über andere Einnahmen.

Das Kursangebot der Volkshochschulen hat 2009 6,4 Millionen Teilnehmer gefunden, was gegenüber dem 2004/2005 (6,5 Millionen Teilnehmer) einen Rückgang um 1,5 % und gegenüber 2008 einen Verlust von 1,7 % bedeutet. Unter den Teilnehmern überwiegt der Frauenanteil bei Weitem, er liegt je nach Kursangebot zwischen 53 % und 85 %. Die Entwicklung der Altersverteilung verdeutlicht, dass die Teilnehmerzahlen vornehmlich bei den 65 Jahre alten und älteren Personen zunehmen, die mittlerweile einen Anteil an allen Teilnehmern von 13,4 % ausmachen (vgl. Tabelle 80; die VHS-Statistik 2009 weist die Altersdifferenzierung nicht in absoluten Zahlen aus).

Tabelle 80: Teilnehmerentwicklung bei VHS-Kursen nach Altersgruppen 2004/2005 und 2009

Altersgruppen

absolut

Änderung

zum Vorjahr

Anteil

 

Anteil 2009

Änderung des Anteils gegenüber 2004/2005 in Prozentpunkten

unter 18 Jahre

409.393

-27.138

6,3 %

6,6 %

0,3

18 bis unter 25 Jahre

541.798

-3.778

8,4 %

7,1 %

-1,3

25 bis unter 35 Jahre

1.273.982

-114.992

19,7 %

16,7 %

-3

35 bis unter 50 Jahre

2.167.836

-77.974

33,5 %

33,5 %

0,0

50 bis unter 65 Jahre

1.407.338

-47.632

21,7 %

22,7 %

1,0

65 Jahre und älter

670.725

+37.588

10,4 %

13,4 %

3

Quelle: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Volkshochschul-Statistik, 48. Folge, Arbeitsjahr 2009 à http://www.die-bonn.de/doks/huntemann1001.pdf

bis Weiterbildungsstatistik im Verbund 2009 (Statistik der bundesweit tätigen Verbände Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten AdB, Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben BAK AL, Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung DEAE, Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung KBE und des Deutschen Volkshochschul-Verbandes DVV als Kooperationspartner): In Deutschland gibt es etwa 2.140 Weiterbildungseinrichtungen (bei einer Erfassungsquote von 89 %). Diese befinden sich zu 51,2 % in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und werden zu 37,7 % von eingetragenen Vereinen geführt. Die restlichen Träger verteilen sich auf GmbHs, gGmbHs, privatrechtliche Stiftungen und andere Rechtsformen. Die Finanzierung erfolgt zu 36,4 % über Teilnehmergebühren, zu 29,1 % durch Eigenmittel der Träger (inkl. kommunale Zuschüsse bei VHS), zu 26 % über weitere öffentliche Mittel und der Rest über sonstige Einnahmen.

 

Alle Einrichtungen zusammen haben rund 1,2 Mio. Weiterbildungsveranstaltungen angeboten, an denen insgesamt etwa 18,6 Mio. Teilnehmer mitwirkten.

Die Hauptthemenbereiche der Kurse, Seminare, Lehrgänge und Studienreisen waren zu 27,4 % „Gesundheit“, zu 20,2 % „Sprachen“, zu 16,3 % „Kultur und Gestalten“ sowie zu 11 % „Familie, Gender, Generationen“ (Prozentangaben beziehen sich auf die Zahl der Belegungen).

138.748 Veranstaltungen richteten sich an spezielle Zielgruppen. Dabei gehörtenen die Senioren zu den Zielgruppen, für die es am meisten spezielle Angebote gab (19.586 bzw. 14,1 % aller spezifischen Angebote); mehr spezielle Veranstaltungen wurden nur für Menschen mit Migrationshintergrund (22.383 bzw. 16,1 %) angeboten (àhttp://www.die-bonn.de/doks/2011-weiterbildungsstatistik-01.pdf).